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KFD Diözesanverband Osnabrück

Sie gestalteten den Gottesdienst zum Tag der Diakonin: v.li. Claudia Deters, Thea Hinrichs, Christa Geerswilken, Margret Brümmer und Annette Hilmes

„Wartet nicht!“ - Tag der Diakonin in Sögel

„Wartet nicht“ – so lautete in diesem Jahr das Motto des Tags der Diakonin, der seit 25 Jahren zum Gedenken an die Heilige Katharina von Siena bundesweit stattfindet und an das Anliegen, Frauen zum sakramentalen diakonischen Dienst zuzulassen, erinnern soll. Das Dekanat Emsland-Nord mit den Regionen Aschendorf und Hümmling beging den Tag der Diakonin in diesem Jahr in Sögel. Begonnen wurde mit einem Wortgottesdienst in der St. Jakobus-Kirche, bei dem für die Frauen um Stärke und Durchhalten gebetet und gesungen wurde. Bezugnehmend auf die Emmaus-Erzählung (LK24) erklärte die geistliche Begleiterin Annette Hilmes: „Derart entschlossenes Handeln ist gerade heute in der sich im Umbruch befindenden Kirche dringend notwendig“. Die schwungvoll gesungenen Lieder wie „Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde“…wurden von Claudia Deters auf der Gitarre begleitet.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand für alle Frauen im Gemeindezentrum St. Jakobus eine Begegnung statt mit einem vom Leitungsteam der kfd Sögel vorbereiteten Imbiss und anschließendem Impulsreferat mit der Referentin für Frauenseelsorge im Offizialat Vechta, Mechtild Pille.

Diese beglückwünschte die gut 60 erschienenen Frauen zum Tag der Diakonin und sagte. „Ich finde es ermutigend, dass die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) sich weiterhin so stark einsetzt und nicht locker lässt in ihrem Bemühen um den Diakonat der Frau.“ In Altbischof Bode hätten die Frauen allzeit einen guten Unterstützer gefunden, betonte Pille. Als stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz habe er den Synodalen Weg entscheidend mitgetragen und wichtige Impulse vor allem als Co-Vorsitzender des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ gegeben. „Ich hoffe, dass dieser dringend notwendige kirchliche Reformprozess vom neuen Bischof von Osnabrück auch so entschieden weiter betrieben wird, wie Bode es getan hat“.

Per Powerpoint-Präsentation stellte die Referentin das Leben der französischen Sozialarbeiterin, Mystikerin, Poetin und Kommunisten-Freundin, Madeleine Delbrel vor. Bei der 1904 in Frankreich geborenen und in ihrer Jugend überzeugten Atheistin hatte eine Lebenskrise über Nacht eine überwältigende Bekehrung ausgelöst, die Begegnung mit dem lebendigen Gott. „Ich bin von Gott überwältigt worden“, wird sie zitiert. Als Sozialarbeiterin hatte Delbrel sich danach in dem kommunistisch geprägten Arbeitermilieu der französischen Arbeiterstadt Ivry 30 Jahre lang um die Industriearbeiter und ihre Familien gekümmert und ein Zentrum des Sozialdienstes für ein „Leben der ganz kleinen Leute und der Leute von der Straße“ errichtet. Für Delbrel wurde „Herzensgüte“ zur Lebensaufgabe. Sie war überzeugt, dass Jesus mitten in der Welt geblieben ist, mitten unter den Menschen.

Die Referentin sprach mit den Frauen auch über einige ihrer zahlreich verfassten Texte und Gedichte wie „Fahrrad-Spiritualität“ oder „Der Ball des Gehorsams“, mit dem die Verfasserin Delbrel im Tanz die Möglichkeit sah, ihre Freude zum Glauben auszudrücken. Da heißt es unter anderem: …“unser Dasein leben wie einen Ball, einen Tanz in den Armen deiner Gnade, während Musik der Liebe uns umfasst“. Delbrel hätte zeitlebens an der Kleinkariertheit von Menschen aus der Kirche gelitten, erklärte Pille und immer wieder Kraft aus dem Evangelium geschöpft für die armen und hilfsbedürftigen Menschen. Die Referentin beendete ihre Ausführungen mit dem Vermächtnis von der im Jahr 1964 verstorbenen Madeleine Delbrel: „Die Liebe ist unsere einzige Aufgabe“.

Gisela Arling