
Katharina Münster (links) bedankt sich bei Katharina Abeln, Foto: privat
Tag der Diakonin in Dörpen
Langsam bewegt sich etwas – Vortrag von Katharina Abeln zum Synodalen Weg
Auf Initiative des kfd-Dekanats Emsland-Nord fand der diesjährige „Tag der Diakonin“ unter dem bundesweiten Motto „Frauendiakonat weltweit“ in Dörpen statt. Er begann mit einem Wortgottesdienst in der St. Vitus-Kirche. Gemeindereferentin Kyra Watermann sprach von der schon seit Jahrzehnten geforderten Einführung des sakramentalen Diakonats der Frauen und der Hoffnung der Christinnen auf ein klares Zeichen echter Erneuerung der Kirche.
Im Zentrum des Aktionsabends stand ein Vortrag im Christophorushaus zum „Synodalen Weg“ mit der Vorsitzenden des Katholikenrates im Bistum Osnabrück, Katharina Abeln. „Die Kirche in Deutschland braucht einen Weg der Umkehr und Erneuerung. Der Synodale Weg ist ganz oben und bringt nichts, wenn wir ihn nicht in die Basis bringen“, betonte Abeln, die als Mitglied des Synodalen Wegs in die Gemeinden geht und über die Ergebnisse der bereits stattgefundenen Synodalversammlungen informiert und mit den Frauen und Männern darüber diskutiert. Seit Januar 2020 würden sich ihren Worten zufolge Vertreter aller deutschen Bistümer treffen, um sich über notwendige Reformen zu den vier Foren: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ „Leben in gelingenden Beziehungen“, „Priesterliche Existenz heute“ und „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ zu beraten, teilte Abeln mit. Der Zeitraum von zwei Jahren sei aufgrund der Corona-Pandemie bis zum Oktober 2023 verlängert worden. Inzwischen seien zahlreiche Reformen in Gang gesetzt worden. Einige verbindliche Beschlüsse in den Foren ´Macht und Gewaltenteilung` und `Frauen in Diensten und Ämtern´ seien bei der dritten Synodalversammlung im Februar dieses Jahres getroffen worden. Im Kern der Texte stünden die Forderungen: Frauen sollen als Diakoninnen zugelassen werden, und für Frauen sollen weitere sakramentale Dienste und Ämter geöffnet werden. Die große Mehrheit der Synodalen habe sich bei der Tagung in Frankfurt reformwillig gezeigt, führte Abeln weiter an und zitierte Bischof Franz-Josef Bode, der gemeinsam mit der Theologin Dorothea Sattler das Forum ´Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche´ leitet: „Die Synodalversammlung gibt den Frauen in der Kirche einen starken Rückenwind für den Weg in eine echte und gerechte Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche. Wir haben die einzigartige Chance, jetzt diese Fragen mit in die Weltsynode einzubringen. Die Anliegen müssen theologisch und mit guten Argumenten begründet werden“.
Schon jetzt möglich seien für die Frauen der Predigtdienst, die Gemeindeleitung nach Paragraph 517,2 des Kirchenrechtes, die Taufspendung, die Eheschließungsassistenz, die Krankensalbung und der Begräbnisdienst.
„Es ist wichtig, dass wir starten, mit dem, was geht und das tun, was man kann. Ich glaube ganz fest, dass das Diakonat der Frauen eingeführt wird“, sagte Abeln und stand in der anschließenden Diskussion den Fragen der Frauen Rede und Antwort.
Gisela Arling
