
Katharina Münster bedankt sich bei Ulrike Göken-Huismann für den gelungenen Vortrag. Foto: G. Arling
Forderung: Lasst endlich die Frauen zur Weihe zu!
Ulrike Göken-Huismann vom kfd Bundesvorstand spricht am „Tag der Diakonin“ in Dörpen
Auf Initiative der kfd-Regionalsprecherin Emsland Nord und Stellvertretenden Vorsitzenden des Diözesanvorstandes Osnabrück, Katharina Münster, hat die katholische Frauengemeinschaft (kfd) in Dörpen jetzt den „Tag der Diakonin“ unter dem Motto „Lasst die Fülle zu“ begangen. „Seit Jahrzehnten setzt sich die kfd für die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen ein. Lasst uns den Tag bewusst begehen als Tag der Hoffnung“, betonte Münster zu Beginn des Gottesdienstes in der St. Vitus-Kirche in Dörpen und begrüßte neben den zahlreich erschienenen Frauen insbesondere die geistliche Leiterin im kfd-Bundesvorstand Ulrike Göken-Huismann. Diese wandte sich mit klaren und deutlichen Worten an den Vatikan: „Wir fordern endlich die von Gott geschenkte Fülle an Begabungen und Berufungen und somit die Vielfalt in der Kirche anzuerkennen. Lasst endlich die Frauen zur Weihe zu!“
Im Anschluss an den Gottesdienst stand neben Begegnung, Austausch und Imbiss im Christophorushaus ein Vortrag mit Ulrike Göken-Huismann zur geforderten Diakoninnen-Weihe auf dem Programm. Dabei berichtete sie von den fünf Synodalversammlungen in Frankfurt am Main, an denen sie mit drei weiteren kfd-Frauen aus dem Bundesvorstand teilgenommen hatte. „Die kfd war immer mit dabei, immer vorne weg. Wir haben bei jeder Versammlung demonstriert, gesprochen und immer wieder gesagt: `Wir brauchen die Veränderung`!“
Auf der fünften und letzten Versammlung sei es um die Frauentexte gegangen, die nur auf Drängen der Frauen auch verabschiedet wurden, erklärte Göken-Huismann und zitierte einen Handlungstext: „Als Frau von der amtlichen Christusrepräsentation ausgeschlossen zu sein, ist skandalös. Nicht die Teilnahme von Frauen an allen kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern der Ausschluss von Frauen vom sakramentalen Amt!“ Dieser Text zu Frauen in sakramentalen Ämtern habe nun ein positives Votum für den Diakonat der Frau erhalten mit der Aufforderung an die Bischöfe, dies in den weltkirchlichen Dialog einzubringen. Der Kompromiss war, dass das beschlossene Papier keine Aufforderung enthalte, sich für die Priesterweihe von Frauen einzusetzen. „Dennoch bin ich davon überzeugt, dass der Synodale Weg etwas in Bewegung gesetzt hat. Die Frauentexte sind in der Welt und so gut, dass die Herren nicht mehr zurückkönnen“, so Göken-Huismann und fügte hinzu, dass für die Durchsetzung der Angelegenheiten von Frauen starke Frauenverbände notwendig seien, und die kfd sei ein starker Frauenverband. „Es gibt viele kleine Dinge, die auf den Weg zu den großen Ämtern getan werden müssen, wie die Predigterlaubnis der Frauen. Da haben wir in der Versammlung eine Tür aufgemacht, auch wenn Rom die Frauenpredigten in Eucharistiefeiern noch nicht zulässt.“
Sie informierte zudem über das „Netzwerk Diakonat für Frau“, das Frauen unterstützt, die schon lange eine Berufung haben und Kurse organisiert für die Fortbildung „Diakonische Leitungsdienste für Frauen in der Kirche“. Im April dieses Jahres haben laut Göken-Huismann 13 Frauen, davon zwei Frauen aus dem Bistum Osnabrück, diese umfangreiche über 3,5 Jahre laufende Fortbildung abgeschlossen und ein Zertifikat erhalten. Der Essener Weihbischof Ludger Schepers hat die Absolventinnen am 13. April in einem feierlichen Gottesdienst einzeln gesegnet, durfte sie aber laut kirchenrechtlichen Bestimmungen nicht weihen. Erfreulich für den Diakonat sei jedoch, so Göken-Huismann, dass die Arbeit des Netzwerkes von den Verantwortlichen für die Ausbildung und den Einsatz der ständigen Diakone auf Bundesebene, aber auch von den Diözesen, wertschätzend wahrgenommen werde. Zudem gebe es ein Votum im weltkirchlichen Kontext. Ein besonderes Augenmerk sei auf den Diakonat von Frauen zu legen im ökumenischen Gespräch mit den orthodoxen Kirchen und ihre Erfahrung mit geweihten Diakoninnen.
Zum Schluss gab es für die Frauen noch eine brandaktuelle und erfreuliche Nachricht. Der Ständige Rat der Bischofskonferenz hat auf Drängen der Bischöfe die Satzung für den Synodalen Ausschuss nun doch verabschiedet und kommt Mitte Juni in Mainz zusammen. Er soll 2026 den Synodalen Rat, bestehend aus Bischöfen und Laien, vorbereiten. Dies hatte der Vatikan wiederholt als Verstoß gegen das Kirchenrecht abgelehnt. Göken-Huismann blickt zuversichtlich nach vorne: „Es geht um eine große Veränderung, die die Kirche noch vor sich hat. Ich bin davon überzeugt, dass sich unser Engagement in die richtige Richtung bewegen wird.“
Münster bedankte sich mit einem Präsent bei Frau Göken-Huismann für den gelungenen und interessanten Vortrag sowie bei dem Leitungsteam der kfd Dörpen für die Ausrichtung der Veranstaltung.
Gisela Arling
