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KFD Diözesanverband Osnabrück

Elisabeth Ermes bedankt sich bei Hettwich vom Himmelsberg

kfd in der Region

Kabarettistin Hettwich vom Himmelsberg begeisterte kfd-Frauen


Dem Regionalvorstand der kfd Hümmling des Dekanates Emsland-Nord ist es kürzlich gelungen, die deutschlandweit bekannte und beliebte Kabarettistin Hettwich vom Himmelsberg alias Anja Geuecke ins Emsland zu holen. Auf der restlos ausverkauften Veranstaltung in der Gaststätte „Zum Käpt`N“ in Lorup begrüßte die kfd-Regionalvorsitzende Elisabeth Ermes die Kabarettistin und die gut 230 kfd-Frauen und lud zu einem Begrüßungscocktail ein. Als dann Hettwich vom Himmelsberg in ihrem schrägen Outfit mit flauschiger roter Kappe und auffälliger Hornbrille die Bühne betrat, wurde sie mit tobendem Applaus empfangen. Die aus Attendorf im Sauerland stammende und studierte Sozial-, Religions- und Theaterpädagogin hatte dann so einiges zu berichten und sprach in ihrem zweistündigen „Glücksfallmomente“-Programm auch vom alltäglichen Zusammenleben mit ihrem Ehemann „Siechfried‘“, den sie auf einer „Mischehenverhütungsfahrt“ kennengelernt hatte.

Sie warf zudem einen humorvollen, aber auch kritischen Blick auf kirchliche Themen oder erzählte lustige Anekdoten aus dem alltäglichen Miteinander. In der Nachbarschaft bliebe ihr zum Beispiel nichts verborgen, ließ sie die Frauen wissen. „Augen auf, Nase im Wind, dann weiss ich die Sachen, noch bevor sie passiert sind“. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wusste sie zu sagen: „Das ist nur möglich, wenn man ein Mann ist, weil er ja eine Frau hat, die sich um die Familie kümmert“. Auch das Älterwerden nahm sie humorvoll, aber auch kritisch unter die Lupe. „Alt werden war früher leichter, man konnte in Ruhe vor sich hin altern. Heute geht das nicht mehr: Da muss man ins Solarium, zu Hautverpflanzungen, Schönheitsoperationen frei nach dem Motto: ´Unser Dorf soll schöner werden`“. Zur täglichen Morgenroutine einer modernen Frau gehörten Lifepak-Videos, Faszienrolle, Fitnessgeräte und Nahrungsergänzung, stellte die Kabarettistin fest. 

Über das Gendern und die Sprachsensibilität wusste Hettwich vom Himmelsberg auch einiges zu berichten. Man müsse jetzt nicht nur Tomatenmark sagen, sondern auch Tomatenmarie. Es heiße auch nicht mehr: Ich gebe auf, sondern ich habe mich neu orientiert. Zudem warf sie einen humorvollen und kritischen Blick auf die heutige Kindererziehung. „Direkt nach der Schule werden die Kinder an ihre Förderorte gebracht. Früher machte man die Haustür auf und schickte die Kinder nach draußen.“ 

Die Beitragserhöhung der Katholischen Frauengemeinschaft nach 14 Jahren sei für Hettwich vom Himmelsberg völlig in Ordnung, heiße allerdings nun „Beitragsanpassung“ und sei kein Grund, aus der größten „Frauengewerkschaft“ Deutschlands auszusteigen. 

Sie prangerte zudem die Selbstherrlichkeit der katholischen Kirche an. Es müsse noch mehr gemischt werden zwischen evangelisch und katholisch, meinte sie und brachte auch Aktuelles aus Rom mit ein, wie beispielsweise das klare „Nein“ des Papstes zu Diakoninnen und Priesterinnen. „Ich glaube nicht, dass der liebe Gott uns Frauen als Menschen zweiter Klasse getöpfert hätte, die für den Job Priester nicht geeignet wären. Er hat uns Frauen und Männer beide gleichermaßen um seine Nachfolge berufen. Gott ist Mensch geworden und nicht Mann!“ Die Frauen applaudierten zustimmend. Humorvoll fügte sie hinzu, dass sie für die wegen der zahlreichen Kirchenaustritte frustrierten Priester folgende Lösung hätte:“ Einfach mit dem Rücken zum Volk zelebrieren, dann sehen sie die leeren Bänke nicht“. An Kirchenaustritt denke sie selber jedoch nicht. „Darauf braucht keiner zu warten, dass ich mit meinen 80 Kilos weiche. Ich bin und bleibe lebendige Kirche. Eine leere Kirche kann man doch nicht für voll nehmen, deshalb müssen wir dranbleiben.“ 

Mit Standing Ovations bedankte sich das begeisterte Publikum bei Hettwich vom Himmelsberg alias Anja Geuecke für die humorvollen, aber auch kritischen Beiträge. Ebenfalls gab es von Elisabeth Ermes großes Lob und einen Blumenstrauß für die Kabarettistin. 

Gisela Arling