
Ein großes Dankeschön für den interessanten Vortrag gab es für Helene Dieckmann-Hoffmann (links) von Elisabeth Ermes
frauenORTE Niedersachsen
Kfd-Frauen befassen sich mit frauenORTE in Niedersachsen
Sögel. Im Rahmen einer kfd-Regionalkonferenz der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) der Region Hümmling hat Helene Dieckmann-Hoffmann im Katharina-von-Bora-Haus in Sögel das Projekt frauenORTE vorgestellt.
„Als frauenORTE werden historische Frauenpersönlichkeiten ausgezeichnet. Sie ist eine Initiative des 1970 gegründeten Landfrauenrates in Niedersachsen und stellt die besonderen Leistungen dieser Frauen auf politischem, wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet dar“. erklärte die Referentin. Da die Veranstaltung im evangelischen Katharina-von-Bora-Haus stattfand, erinnerte sie zu Beginn an die außergewöhnliche und starke Frau Katharina von Bora, die vor 500 Jahren Martin Luther geheiratet hatte und deren Hochzeitstag am 13. u.14. Juni dieses Jahres in Wittenberg im großen Stil gefeiert wurde. Die Projektidee frauenORTE stammt laut Dieckmann-Hoffmann aus Sachsen-Anhalt im Jahr 2000, wo auch die ersten frauenORTE ernannt wurden. Dadurch angeregt entstanden 2008 ähnliche Projekte in Niedersachsen und einige Jahre später in weiteren Bundesländern.
Per Powerpoint-Präsentation verschaffte sie den kfd-Frauen einen Einblick in die mittlerweile 50 frauenORTE in Niedersachsen. Dazu ist vom Landfrauenrat Niedersachsen eine als Wanderausstellung konzipierte Ausstellung erstellt worden mit dem Ziel, „das Leben und Wirken bedeutender Frauenpersönlichkeiten lebendig werden zu lassen und der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen,“ so Dieckmann-Hoffmann. Im Osnabrücker Forum am Dom hat es bereits 2021 diese Ausstellung gegeben, wobei besonders an Cilli-Maria Kroneck-Salis als Mitbegründerin des Osnabrücker Frauenhauses und Frauenflüchtlingshauses in den 70er Jahren erinnert wurde. „Der erste frauenORT in Niedersachsen war 2008 Deutschlands erste Juristin Anita Augspurg (1867-1943). Sie stritt für die Einführung des Frauenwahlrechts und engagierte sich in der internationalen Frauenfriedensbewegung gegen den Krieg. Zudem warnte sie rechtzeitig vor den Gefahren des Nationalsozialismus“. Neben weiteren historischen Frauenpersönlichkeiten entdeckten die interessierten Frauen auch in der Stadt Haren (Ems) einen frauenORT. Dort wurde das Wirken von Schwester Kunigunde (bürgerlich Theresia Schepers, 1914-1999) als frauenORT ausgezeichnet. Diese gehörte 1935 der ersten Generation staatlich geprüfter Kindergärtnerinnen an und leitete später den Harener Kindergarten. Durch ihren mutigen Einsatz wurde Haren 1945 gewaltfrei den kanadischen Truppen übergeben. Ab 1954 wirkte sie als Missionarin in Brasilien und gründete 1979 im Münsterland die erste Messdienergruppe.
Am Ende war allen klar, dass all diese Frauen Hervorragendes geleistet und dabei oft viel riskiert hatten und somit als Vorbilder gelten für die nachfolgenden Generationen.
Kfd-Regionalvorstandsvorsitzende Elisabeth Ermes bedankte sich bei Maria Thünemann für den geistlichen Impuls und beim Leitungsteam der kfd Sögel für die Ausrichtung der Veranstaltung.
