
Die Regionalkonferenz der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) des Dekanats Emsland-Nord fand im Dorfgemeinschaftshaus Wachtum statt und stand ganz im Zeichen der Gottesmutter Maria. Zu Gast war die meist gelesene katholische Schriftstellerin unserer Zeit, Andrea Schwarz, die zum Thema ihres Buches „Eigentlich ist Maria ganz anders“ referierte und die interessierten Frauen aus den 26 kfd-Ortsgemeinschaften der Region Hümmling mit ihren tiefgründigen Gedanken über 60 Minuten lang fesselte.
Vom Regionalvorstand berichteten zunächst Margret Brümmer und Katharina Vogel über zurückliegende und bevorstehende kfd-Veranstaltungen der Region Hümmling und bedankten sich beim Wachtumer kfd-Leitungsteam für die Ausrichtung der Konferenz und für den zum Thema passenden geistlichen Einstiegsimpuls. Die gemeinsam gesungenen Marienlieder wurden von Claudia Deters auf der Gitarre begleitet.
„An Maria scheiden sich die Geister“, mit diesen Worten begann Andrea Schwarz ihren Vortrag und betonte, dass es Menschen gebe, die Maria als eine Göttin verehrten, während andere wenig oder gar nichts mit ihr anfangen könnten. Deshalb habe sie auch ein Buch zu beiden Meinungen geschrieben mit dem Titel „Eigentlich ist Maria ganz anders“ und dabei die Marienfeste des Kirchenjahres zum Anlass genommen, über das Leben der Gottesmutter nachzudenken und ihr auf die Spur zu kommen.
Der Engel sei mitten in Maria´s Leben gekommen, um ihr zu verkünden, dass sie ein Kind erwarte. „Dass Maria als junge Frau damals zu diesem Unterfangen Ja sagte, war meiner Meinung nach etwas ganz Radikales“, sagte Schwarz und erklärte den Frauen auf lebendige Art und in alltagsnaher Sprache, wodurch diese Radikalität für sie deutlich werde. „Wäre Maria kfd-Vorsitzende gewesen, der Engel hätte keine Chance gehabt, mit ihr zu sprechen, sie wäre gar nicht zu Hause gewesen. Hätte der Engel überhaupt eine Chance, mich im Hier und Jetzt zu finden?“ fragte sie und fand folgende Antwort: Wenn Gott in unser Leben komme, stünde das nicht als Termin in unserem Kalender, so Schwarz weiter und fügte hinzu: „Das Angelus-Läuten unterbricht unseren Plan. Früher hat man innegehalten und den Engel des Herrn gebetet. Das wäre auch mal wieder eine tolle Idee, gerade in unserer hektischen Zeit, für einen Moment sich unterbrechen zu lassen, um sich mal wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. So lange wir es noch haben, sollten wir viele Menschen darauf aufmerksam machen“.
Maria habe sich unterbrechen lassen und zuerst einmal zugehört und eingestimmt, allen möglichen Zweifeln zum Trotz. „Das ist Glauben!“, so Schwarz.
Die Referentin sprach auch von dem Satz, den sie am häufigsten in Pfarrgemeinden zu hören bekäme: „Das haben wir aber noch nie so gemacht!“ Maria habe den Mut gehabt, etwas noch nie Dagewesenes zu tun und sich auf das Andere eingelassen. „Diesen Mut würde ich mir für unsere Kirche heute wünschen“, betonte Schwarz. Anhand der Geschichte vom „Kleinen Prinzen“ verdeutlichte sie die Jungfräulichkeit im biblischen Sinne. Dabei gehe es weniger um ein biologisches Faktum als um eine Haltung, um die leidenschaftliche Liebe zwischen Gott und Mensch. Man müsse beide Geschichten mit dem Herzen sehen. Wir Menschen seien nicht perfekt, Maria aber sei so vollkommen in sich gewesen, dass sie ohne Erbsünde geboren wurde. „Am Geburtstag von Maria feiern wir, dass jedes Kind ein Wunder, ein Geschenk Gottes ist!“
Über das Magnifikat sagte Schwarz: „Das Magnifikat ist ein revolutionäres Adventslied, das jedem Diktator Angst machen müsste durch die Worte: Die Mächtigen stürzt er vom Thron und erhöht die Niedrigen… Das Magnifikat sei eines der wichtigsten Gebete und Hymnen der christlichen Kirche. Sogar Martin Luther habe dieses Lied geschätzt und sich mit ihm beschäftigt. Maria gebe in dem Lied Ihrer Sehnsucht nach Befreiung aller Unterdrückten Ausdruck.
Viele Frauen fühlten sich mit Maria verbunden, weil sie mit ihr jemanden an ihrer Seite hätten, der mit ihnen solidarisch sei und am eigenen Leib die Sorgen und Freuden des menschlichen Lebens erfahren habe. „Die Botschaft des Himmels bringt sie zur Erde und ein Stück Himmel zu uns. Ich glaube an die spirituelle Botschaft, sich Gott zur Verfügung zu stellen, damit ein Stück Himmel in uns wachsen kann. Dieses Stück Himmel unseres Herzens finden wir im Dornwald-Lied“, betonte Schwarz und fügte hinzu: „Wer diesem Jesus begegnet, der spürt die Verwandlung. Aus den Dornen unseres Lebens blühen Rosen. Unmögliches wird möglich, wenn wir dieses Stück Himmel zu den Menschen tragen. Das können wir von Maria lernen!“
Am Schluss ihres Vortrages zitierte sie Papst Franziskus: „Jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe“.
Mit langanhaltendem Applaus bedankten sich die begeisterten Zuhörerinnen bei Schwarz und konnten sicherlich viele Denkanstöße mit nach Hause nehmen. Im Namen des Regionalvorstandes überreichte Vorsitzende Margret Brümmer ihr ein Blumenpräsent mit den besten Wünschen.
Gisela Arling
