
Dezember 2024
Gedanken einer kfd Kerze
Jetzt habt ihr mich angezündet und schaut in mein Licht und freut euch an meiner Helligkeit und Wärme. Und ich freue mich, dass ich brennen darf anstatt in einem alten Karton zu liegen, sinnlos, nutzlos.
Aber je länger ich brenne, desto kürzer werde ich. Ich weiß, es gibt immer zwei Möglichkeiten für mich, nutz- und sinnlos in einem Karton zu liegen oder zu brennen und alles herzugeben was ich habe.
Ich finde ich es schöner und sinnvoller, etwas herzugeben als kalt zu bleiben in einem düsteren Karton……
Schaut, so ist das auch mit euch Menschen!
Entweder ihr zieht euch zurück, bleibt für euch und es bleibt kalt und leer- oder ihr geht auf die Menschen zu und schenkt ihnen etwas von eurer Wärme und Liebe. Dann bekommt euer Leben einen Sinn. Je mehr ihr für andere brennt, umso heller wird es in euch selbst.
Ich meine, nur wer sich verschenkt, wird reicher. Nur wer andere froh macht, wird selber froh. Je mehr ihr für andere brennt, desto heller wird es in euch.
Ich glaube, bei vielen Menschen ist es nur deswegen düster, weil sie sich nicht trauen, anderen ein Licht zu sein.
Also lasst euch ein wenig Mut machen von einer kleinen, winzigen kfd Kerze!
Hedwig Buhl

November 2024
Veränderung und Übergang
Der November ist ein Monat des Wandels. Während die Natur sich auf den Winter vorbereitet und die Tage kürzer werden, ist oft auch der Blick auf die Veränderungen in unserem Leben gerichtet. Dieser Übergang bietet die Möglichkeit, innezuhalten und darüber nachzudenken, wie wir Veränderungen wahrnehmen und gestalten.
Veränderung kann herausfordernd sein. Sie bringt Unsicherheiten mit sich, aber auch die Chance, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. In der Natur wird sichtbar, wie Bäume ihre Blätter abwerfen, um sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Dieses Loslassen ist ein wichtiger Teil des Lebens – es ermöglicht, Platz für Neues zu schaffen.
Wenn Sie mögen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um über die Veränderungen nachzudenken, die Ihnen in letzter Zeit begegnet sind. Was haben Sie dabei gelernt? Welche Stärken haben Sie entdeckt? Vielleicht eröffnen sich Perspektiven, den Wandel in einem neuen Licht zu sehen.
Vielleicht möchten Sie in diesem November bewusst Ihr Herz und Ihren Geist für den Wandel öffnen, vielleicht eigene Rituale schaffen, die helfen, mit Veränderungen umzugehen – sei es durch das Schreiben in einem Tagebuch, kreative Ausdrucksformen oder den Austausch mit anderen.
Und vielleicht lernt die eine oder andere von uns, die Schönheit des Übergangs zu feiern und die Möglichkeiten, die er mit sich bringt.
Bild: fietzfotos / Pixabay.com

September 2024
"Es sollen jubeln alle Bäume des Waldes“ (Ps 96, 12)
Der September lädt uns ein, die Schöpfung in all ihrer Schönheit und Vielfalt zu feiern. In diesem Jahr steht der Ökumenische Schöpfungstag unter dem Motto „Lass jubeln alle Bäume des Waldes“ (Ps 96,12). Diese Worte aus dem Psalm 96 erinnern daran, dass alles Leben der Schöpfung miteinander verbunden und in Beziehung ist. Jedem Geschöpf kommt eine unvergleichliche Würde zu – eben nicht nur uns Menschen. Die „Natur“ hat ihren Eigenwert und ist uns Menschen nicht bloß eine Ressource – sie lebt, atmet und singt ihr eigenes Lob Gottes.
All das Leben, das mich als Mensch umgibt, ist bewahrens- und schützenswert. Gerade in einer Zeit, in der diese Welt durch Klimawandel und Umweltzerstörung gezeichnet und bedroht ist, sind wir aufgerufen, unsere Verantwortung als Bewahrer*innen der Schöpfung ernst zu nehmen.
Vielleicht inspiriert der ökumenische Schöpfungsmonat auch Sie, bewusst in die Natur zu gehen, die Schöpfung zu erleben und zu staunen.
Farina Dierker, Diözesanreferentin
Bild: Christian Schmitt
In: Pfarrbriefservice.de

August 2024
Was Bohnen mit einer schönen Aussicht zu tun haben
Wenn ich mit Gruppen pilgern gehe, erzähle ich gerne zu Beginn der Tour eine Geschichte. Wo ich sie her habe und wer sie geschrieben hat, weiß ich nicht mehr. Ich erzähle sie immer frei. Sie geht so:
Ein Bauer hatte die Angewohnheit sich morgens eine kleine Handvoll Bohnen in die linke Hosentasche zu stecken. Und immer wenn er etwas Schönes erlebte, zum Beispiel das Lachen eines Kindes, die Sonne nach dem Regen, das schöne Gespräch mit dem Nachbarn, das leckere Essen, dann nahm er eine Bohne und steckte sie in die rechte Hosentasche. An manchen Tagen wanderten viele Bohnen in die andere Tasche. An anderen Tagen vielleicht auch nur ein oder zwei. Abends sah er dann die Bohnen in seiner rechten Hosentasche an und erinnerte sich an die schönen Augenblicke des Tages.
An dieser Stelle verschenke ich meist an jede/n Pilger*in einige Bohnen, mit der Aufforderung, es doch selbst auszuprobieren.
Einmal war ich mit einer Firmgruppe auf dem linksrheinischen Jakobsweg unterwegs, zwischen Boppard und Bingen. Aus der Sicht der Teilnehmerinnen ist es dort schon ganz schön bergig. Nach anstrengenden Höhenmetern standen wir an der Hangkante und sahen unter uns den Rhein liegen. Eine der Jugendlichen war so hin und weg von dem Panorama, dass sie laut ausrief »Leute, diese Aussicht ist doch glatt 3 Bohnen wert!«
Eine kleine Übung, die helfen kann im Alltag bewusst dankbar zu sein. Vielleicht haben Sie, habt Ihr Spaß daran!
Eine bohnenreiche Woche wünscht Kerstin Kröger

Foto: Kerstin Kröger
Juni 2024
Bald ist es so weit, Urlaub, Ferien, endlich.
Was ersehnen Sie für Ihre freie Zeit?
Bei dem Gedanken »Urlaub« gerate ich ins Träumen:
Gern erinnere ich mich an eine ganz besondere Tour vor wenigen Jahren.
In einer schweren und dunklen Zeit meines Lebens durfte ich eine wunderbare Erfahrung machen. Ich war im Urlaub im Allgäu und erinnere mich gerne an diese besondere Tour.
Sie beginnt bereits um 4 Uhr in der Frühe. Startpunkt ist der kleine Ort Imberg im Allgäu, das Ziel ist das Imberger Horn. Das liegt auf 1655 Metern. Etwa 330 Höhenmeter sollen bezwungen werden. Da es noch dunkel ist, marschieren wir mit Stirnlampen los. Zunächst über die Teerstraße, dann den Waldweg, über Wurzeln, Steine, kleine Bäche, immer höher. Wo ich genau laufe, weiß ich nicht. Ich sehe immer nur, wo ich gerade hintrete. Was genau links und rechts neben mir ist, kann ich in der Dunkelheit nicht erkennen. Ehrlich gesagt, habe ich keine Kraft dazu, denn die Höhenmeter wollen bezwungen werden. Nur nicht anhalten, ich komme besser zurecht, wenn ich langsam, aber stetig steige. Ich konzentriere mich nur auf den nächsten Schritt. So wie ich es in meinem Leben auch gerade mache. Schritt für Schritt weiter, auch wenn es um mich herum gerade dunkel ist.
Mein Begleiter kennt den Weg von Kindesbeinen an. Ich gehe einfach nur hinterher.
Sternenklar der Himmel. Zunächst erkenne ich vereinzelt die Sterne, dann sehe immer mehr, je länger wir unterwegs sind.
Das erste Mal erlebe ich die blaue Stunde bewusst. Das Licht der Sterne wird schwächer, der Himmel färbt sich von schwarz zu dunkelblau. Wir sind fast oben und langsam wird es heller - der Himmel hellblau.
Auf dem Gipfel angekommen sitzen wir schweigend, außer Atem von der Anstrengung, mit unserem mitgebrachten Tee und etwas Brot. Es ist nicht viel Platz.
Um uns herum nur Berge, gewaltig erscheinen sie. Mit jedem Licht das kommt, sehe ich mehr Berge. Mittendrin wir kleinen Menschen.
Das Tageslicht nimmt zu und da, ganz plötzlich ist die Sonne zu sehen. Hinter einem der Berge kommt zunächst ein kleiner heller Strahl.
Von Minute zu Minute steigt sie weiter, wird größer, runder, voller, bis sie ganz zu sehen ist.
Ohne Zweifel ein Gänsehautmoment.
Dankbar und demütig bin ich, dieses Schauspiel hier und jetzt erleben zu dürfen. Gigantisch. Es gibt keinen besseren Ort, keine bessere Zeit, als genau jetzt und hier.
Festhalten möchte ich diese Momente. So soll es bleiben! Doch das geht nicht. Der Alltag will gemeistert werden. Irgendwann müssen wir den Berg wieder verlassen und uns dem Leben stellen.
Doch das geht, denn dieser Moment auf dem Berg hat meinen Akku wieder ein Stück aufgefüllt. Als ob ich mich neu einsortiert habe, in das Große und Ganze der Welt.
Es sind solche Augenblicke, die uns deutlich machen,
auf welches Ziel wir zugehen, und warum es sich lohnt, weiterzugehen, warum es sich, allen Tälern und Steinen zum Trotz,
im Letzten zu leben lohnt.
Ich wünsche Ihnen
viele solcher Erlebnisse,
viele von diesen Stunden, in denen ein Stück von dieser Glückseligkeit,
in Ihrem Leben aufleuchtet.
Solche Stunden helfen nämlich.
Sie helfen den nächsten Wegabschnitt,
auch dann, wenn er ganz besonders steinig sein sollte,
voll Zuversicht zu gehen.
Ewige, du hast diese Welt mit all ihrer Schönheit gewollt und alles Lebendige ins Leben geliebt.
Schärfe unsere Sinne
Für Freude und Dankbarkeit
lass uns deine Nähe spüren
ganz im Hier und Jetzt zu sein
schenke uns den Elan liebevoll zu tun, was zu tun ist.
Kerstin Kröger, Geistliche Begleiterin im kfd-Diözesanverband Osnabrück

Mai 2024
Liebe Frauen (und Männer)!
Mein großes Hobby ist die Imkerei. Und jetzt gerade im Mai „explodieren“ die Völker geradezu, neues Leben entsteht und das vor allem durch die Arbeit der weiblichen Tiere, nämlich der Königin und der Arbeiterinnen. Es gibt auch die männlichen Drohnen, die sich aber eher zurückhaltend am Aufbau des Volkes beteiligen.
Ein Bild für unsere Kirche?
Also, wenigstens erfahre ich immer wieder, dass das Bild einer von Männern geleiteten Frauenkirche nach wie vor nicht falsch ist.
Wenn wir die Frauen in unseren sechs Gemeinden nicht hätten…! Und das ist ganz aufrichtig gemeint, nicht als Vertröstung in der Ämterfrage!
Für mich wird das Weibliche im Mai auch noch einmal in Maria betont, die alles für den Gottessohn getan und gegeben hat.
Danke, liebe Frauen, für Ihr Engagement in kfd und Kirche!
Dietmar Schöneich, Pfarrer der PG Freren und Präses in Beesten

Februar 2024
ob jemand
nach G:tt frage.
lernt (er)kennen!
Wann haben Sie zuletzt versucht jemandem ganz unvoreingenommen zu begegnen und sie/ihn kennenzulernen?
Wie oft gehe ich mit einer Vorab-Idee in Begegnungen hinein. Wie häufig ist die Wahrnehmung dessen, was vor mir liegt, schon durch Erwartungen geprägt, die ich habe. Wie oft denke ich, genau zu wissen, wie jemand ist oder wie etwas sein wird. Wie selten bin ich wirklich unvoreingenommen. Lasse mich ganz von der Situation im Hier und Jetzt einnehmen. Gebe dem Raum, was hier und jetzt ist. Versuche zu erkennen, wirklich kennen zu lernen. Vielleicht Spuren G:ttes zu entdecken – in meinem Alltag, in der Begegnung. Indem ich mich einlasse auf das, was da ist und kommt.
Vielleicht haben Sie auch Lust, das in diesem Monat einmal zu probieren: Innehalten und mir bewusst sagen „Ich bin im Hier und Jetzt. Ich lasse meine Vor-Urteile für einen Moment beiseite.“ Vielleicht lerne ich dann manches ganz neu er-kennen.
Farina Dierker, Diözesanreferentin

Januar 2024
Es gibt sie noch die Terminplaner in gedruckter Form. Erst vor kurzem bekam ich einen per Post für 2024. So ein Zeitplaner ist praktisch fand ich und hängte ihn gleich sichtbar für alle Familienmitglieder auf. Wenn sich alle daran halten und wichtige Termine eintragen, dann kann das so manche Planung vereinfachen.
Die Digitalisierung zieht aber auch in die Terminfindung ein. Online wird in Gruppen ein gemeinsamer Termin gesucht, was sich manchmal als schwierig, anstrengend und zeitaufwendig erweist. Gilt es private und berufliche Verpflichtungen zu berücksichtigen. Wichtige Termine, die überhaupt nicht berücksichtigt waren, kommen hinzu, andere müssen abgesagt werden.
Optimale Terminplanung – dafür gibt es Computerprogramme. Werde ich verplant oder gibt es genug Freiraum für mich? Manchmal möchte ich ausbrechen aus dieser Struktur und einen Termin für mich selbst machen. Aber halte ich Freiraum aus oder bin ich schließlich über einen vollen Terminkalender froh, so dass ich über mich und mein Leben nicht viel nachdenken muss?
Über manche Termine freue ich mich. Dann, wenn es um Begegnungen und gute Gespräche geht oder sportliche Bewegung, die auch in meinem Terminkalender eingeplant ist.
Ich wünsche allen einen gut durchdachten Terminkalender 2024, der genug Spielraum für eigene Entfaltungsmöglichkeiten bietet.
Ursula Kemna

Bild: Heather Zabriskie - unsplash.com
Dezember 2023
„Es wird Zeit!“
Wofür wird es Zeit? Wir haben das Gefühl, die Aufgaben wachsen uns über den Kopf!
Es wird Zeit, den Adventskranz zu binden…
Es wird Zeit, Weihnachtsgeschenke zu besorgen…….
Es wird Zeit, Advents- und Weihnachtsgrüße zu verschicken…….
Es wird Zeit, die Kranke Nachbarin zu besuchen……
Es wird Zeit, die Kirche zu reformieren……
Es wird Zeit, die Klimakatastrophe doch noch abzuwenden….
Es wird Zeit, für Frieden einzutreten, in Welt, in der Kirche, in der Familie und mit mir selbst……
Es wird Zeit für mehr Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit…..
Es wird allerhöchste Zeit………………………………..für mich.
Wegsehen oder Hinsehen?
Abtauchen oder Zupacken?
Nach mir die Sintflut oder Hoffnung verbreiten?
Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine Zeit der Hoffnung. Gott setzt immer wieder Zeichen der Neuanfänge in schwierigen Zeiten, und er setzt den Neuanfang immer mit und für den Menschen. So wie bei Jesaja, als er seinemVolk Israel im babylonischen Exil kundtut: „Seht, ich mache etwas Neues, auf Vergangenes achtet nicht mehr. Ich lege einen Weg durch die Wüste und Flüsse durchs Ödland.“
Der Weg den er bereitet ist auch für uns gedacht.
Es wird Zeit loszugehen.
Es wird Zeit für Gebet und Handeln.
Hedwig Buhl
