Frankfurter Erklärung

Ein Positionspapier des Diözesanverbandes Osnabrück

Im kfd-Diözesanverband Osnabrück nehmen Frauen seit 1986 die Aufgabe der Geistlichen Begleitung wahr – zunächst auf Dekanatsebene, seit 1996 auch auf Diözesanebene.
1996 wurde die Geistliche Begleitung als mögliche Alternative zur Wahl eines Präses in der Satzung verankert. Seitdem hat sich das Amt – auch bundesweit – stetig weiterentwickelt.
Das vorliegende Papier spricht bewusst von Geistlicher Begleitung, weil ehren- und hauptamtliche Frauen und Männer die Aufgabe wahrnehmen. Mit ihnen gemeinsam tragen viele dafür Sorge, dass die kfd auch weiterhin ein guter und geistlicher Ort für Frauen ist.
'Zentrale Anlaufstelle der katholischen Kirche bietet betroffenen Frauen kostenlose und anonyme Beratung

Eine zentrale Anlaufstelle für Frauen, die als Erwachsene Gewalt im kirchlichen Raum erfahren haben, bietet ab heute (22. Dezember 2020) die Deutsche Bischofskonferenz an. Diese Erst-Anlaufstelle ist über die Internetseite www.gegenGewalt-anFrauen-inKirche.de erreichbar und ermöglicht betroffenen Frauen kostenlose und anonyme Beratung nach geistlichem und/oder sexuellem Missbrauch in kirchlichen Kontexten einschließlich der Orden. Getragen wird die Anlaufstelle von der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.
Die Einrichtung einer Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen ist das Ergebnis der Tagung „Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“, die Ende September 2019 in Siegburg stattfand. Unter den 125 Teilnehmerinnen waren zahlreiche Frauen, die als Erwachsene in kirchlichen Kontexten Missbrauch erfahren haben. „Viele der Frauen berichteten auf der Tagung, dass sie mit ihrem Anliegen, von den Taten zu berichten und Gerechtigkeit einzufordern, immer wieder an neue Personen weiterverwiesen wurden und dies als sehr belastend erlebten“, erläutert Dr. Aurica Jax, Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge.
Die Unterkommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“ der Deutschen Bischofskonferenz unter Vorsitz von Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) griff das Anliegen einer zentralen Beratungsstelle für Frauen im Anschluss an die Tagung auf und beauftragte die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge mit der Einrichtung und Koordination eines Online-Beratungsangebots. „Die neue Anlaufstelle schließt eine Lücke. Sie stellt eine weitere Konsequenz dar, die wir Bischöfe aus dem Missbrauch in seinen vielen Formen ziehen.
Die Internetseite www.gegenGewalt-anFrauen-inKirche.de bietet ein dauerhaftes Angebot“, so Bischof Bode. „Ich bin sehr froh, dass die Anlaufstelle nun startet. Betroffene Frauen warten dringend auf ein solches Angebot.“
Die Anlaufstelle versteht sich als Erstberatung und Krisenintervention. Dafür steht ein Kreis von kompetenten und erfahrenen Frauen und Männern aus kirchlichen und fachspezifischen Kontexten zur Verfügung. Sie geben Informationen, die eigenverantwortlich weiterverfolgt werden können, und/oder benennen Personen, die die Betroffenen langfristig begleiten und speziell beraten. Ziel der Beratung ist es, ein möglichst weites Feld konkreter Handlungsmöglichkeiten für Betroffene aufzuzeigen.
Alle Anliegen können auch per Brief an die Postadresse der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge (Anlaufstelle für Frauen, c/o Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Carl-Mosterts-Platz 1, 40477 Düsseldorf) gesendet werden. Dies ermöglicht auch Betroffenen ohne entsprechende Technik den Zugang zum Beratungsangebot.'
(pressestelle@dbk.de)
Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche
Die kfd ist der festen Überzeugung, dass eine wirkliche Erneuerung der Kirche Jesu Christi nur gelingt, wenn Frauen alle Dienste und Ämter in der Kirche offenstehen."
Am 21. Juni 2019 hat die kfd-Bundesversammlung das Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" einstimmig verabschiedet.
Die kfd fordert darin mit Nachdruck die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche und den Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche.
"Frauen in der Kirche hatten bisher einen langen Atem und große Geduld. Nun ist es höchste Zeit, konsequente Schritte zu gehen, damit Partnerschaftlichkeit und Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche Wirklichkeit wird."
So steht es im Positionspapier "Frauen geben Kirche Zukunft", das die kfd-Bundesversammlung einstimmig im Jahr 2011 verabschiedet hat.
Die kfd erneuert darin ihre Forderung nach mehr Verantwortung für Frauen in der Kirche. So ist die Zulassung von Frauen zum Diakonat längst überfällig.
Kirchenrechtlich ist es bereits heute möglich, Frauen stärker als bisher zu beteiligen und ihnen einen besseren Zugang zu Führungspositionen in der Kirche zu gewähren. Die bestehenden Möglichkeiten werden jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft.
Darüber hinaus fordert die kfd in ihrem Positionspapier die Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten zu den Sakramenten, eine lebensnahe Sexualethik sowie die nachdrückliche Fortsetzung des ökumenischen Dialogs.
Das Positionspapier war gleichzeitig die Basis, auf der sich der Verband engagiert mit Themen aus Frauenperspektive in den Dialogprozess mit der Deutschen Bischofskonferenz einbrachte. Der Dialogprozess zur Zukunft der Kirche dauerte von 2011 bis 2015.
Eine Dokumentation von Maria Blumencron

Maria Magdalena, Lydia, Junia, Phöbe: vier Frauen, die Säulen des Christentums sind. Die weiblichen Vorbilder sind aus der Kirche verschwunden und in Vergessenheit geraten. Wir gehen auf Spurensuche. Sehenswert!
