In die Kultur der Anerkennung und Wertschätzung Sterbender investieren

kfd - Regionalkonferenz in Hilkenbrook
Die Regionalkonferenz der kfd des Dekanats Emsland-Nord der Region Hümmling im Heimathaus in Hilkenbrook begann mit einem geistlichen Impuls durch Teamsprecherin Maria Olliges von der kfd Hilkenbrook und Gemeindereferentin Ingrid Hermes zum Thema „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte". Über Aktuelles aus dem Regionalverband berichtete die neue Vorsitzende Marlies Etmann. Sie verwies zudem auf bevorstehende Termine, insbesondere auf den „Tag der Diakonin" am 29.04. in Lathen-Wahn mit der Rednerin Frau Dr. Kreidler-Kos, zu dem sie alle Frauen einlud.

Ferner erinnerte Etmann an die Aktionswoche „Häng dich rein ins Netz, das Frauen trägt", wozu für die 26 Gemeinden am Ende der Veranstaltung die Aktionspakete ausgehändigt wurden.
Im Mittelpunkt des spirituellen Abends stand ein Vortrag von Krankenhausseelsorger und Hospiz-Vorsitzender Michael Strodt zum Thema „Für eine Kultur der Sorge um den Anderen – Hospiz". In seiner Einleitung berichtete er von der Presseerklärung, die Kardinal Wölki zu der Frage: "Wie wollen wir sterben?" abgegeben hatte. Strodt gab die Frage weiter in die Frauen - Runde und bekam übereinstimmende Antworten wie: „Ich möchte würdevoll sterben, ohne Schmerzen, einfach einschlafen, Anderen nicht zur Last fallen..." Ausführlich ging Strodt auf die mehr als einjährige Diskussio ein, wie in Deutschland zukünftig mit dem assistierenden Suizid umgegangen werden soll, sowie auf die dazu eingereichten parteiübergreifenden Gesetzentwürfe. Schließlich sei es im Bundestag, so führte Strodt weiter aus, zu dem Beschluss gekommen, den geschäftsmäßigen Suizid zu verbieten. Assistierende Beihilfe bliebe nach wie vor straffrei. Einen Tag zuvor hätte der Bundestag einer Etat-Erhöhung der Sachkosten für ambulante Hospizdienste wie auch im stationären Bereich zugestimmt.
„Was trägt die Gesellschaft bei, dass so viele Menschen den Suizid als Option für sich wollen?", fragte Michael Strodt und meinte: „Die Sorge um das Sekundäre darf sich nicht etablieren. Man sollte sich nicht für die Angst vor der Angewiesenheit auf die Hilfe Dritter schämen. Wenn wir zulassen, dass Menschen sich lieber verabschieden, als weiter zu leben, ist das eine Resignation für uns." Man müsse den Kranken und Sterbenden einen Wert, eine Bedeutung, geben. An dieser Anerkennung würde es mangeln. So sei es die Aufgabe der ganzen Gesellschaft, durch ehrenamtliches Engagement die Kultur des Sterbens wieder neu zu schaffen. "Wenn wir an der Pflege sparen, wenn die Ärzte durch die Ökonomisierung überhaupt keine Zeit mehr haben, dann fühlen sich die Patienten entwertet als Objekt. Wir müssen in die Kultur der Anerkennung und Wertschätzung der Sterbenden investieren", forderte Michael Strodt. So sehe er es weiterhin als dringend erforderlich an, die Palliativmedizin und das Hospizwesen weiter auszubauen, damit mehr Menschen das Sterben in Würde ermöglicht werden könne. AIMG 1700  Kulturbschließend meinte er, dass die Politik die Begleitung des Sterbeprozesses nicht bis ins letzte Detail gesetzlich regeln könne. "Sterbende beschenken uns. Für mich ist jede Sterbebegleitung eine sehr persönliche Bereicherung".
Die Konferenz schloss mit einem tiefsinnigen Impuls zum Thema des Abends durch Annette Hilmes als neue Geistliche Begleiterin.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

© KFD Diözesanverband Osnabrück 2018 Erstellt mit dem KFD-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND