Besuch der Kunsthalle Bielefeld

am 25.02.2016 zur Ausstellung „Einfühlung und Abstraktion. Die Moderne der Frauen in Deutschland".
Angeregt durch einen Hinweis in der Februar Ausgabe der kfd Mitgliederzeitung „Frau + Mutter" haben sich 16 kunstinteressierte Frauen aus Osnabrück und Melle auf den Weg nach Bielefeld gemacht. Neben der Wirkung von Farben, Formen und Perspektiven der Kunstwerke wurde durch die Führung auf viele Details in den Bildern und auf das Leben der Künstlerinnen zu Beginn

des 19. Jahrhunderts hingewiesen. Neben Werken bekannter Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker und Käthe Kollwitz galt es die Kunst von Maria Slavona, Helene Funke, Clara Siewert, Julie Wolfshorn, Ida Gerhardi und Maria Caspar-Filser u.a. kennenzulernen. Künstlerinnen hatten sich mit frauenfeindlichen Vorurteilen und gesellschaftlichem Unverständnis auseinanderzusetzen.
Sie hatten keinen Zugang zu Kunstakademien, erst mit der Gleichstellung von Mann und Frau in der Weimarer Verfassung von 1919 öffneten sich langsam die Türen. Aber schon Jahrzehnte zuvor, helfen sich Frauen selbst, gründen Mal- und Zeichenschulen. In den privaten Instituten finden sich aufgeschlossene Lehrer, so dass die Künstlerinnen direkt mit neuen künstlerischen Ideen in Kontakt kommen. So erweist sich der Ausschluss aus den traditionslastigen Akademien als Vorteil. Die Biographien der einzelnen Künstlerinnen sind unterschiedlich, der 1. Weltkrieg und auch die Machtübernahme der Nationalsozialisten drängen die Künstlerinnen aus der Öffentlichkeit, viele geraten in Vergessenheit und werden durch die Ausstellung neu in den Blick genommen.
Auf der Fahrt zurück ist es das Leben der Künstlerinnen und der eigenen Mütter und Großmütter, die zum Nachdenken anregen. Es bleibt eine Traurigkeit über die vielen Begabungen von Frauen, die nicht gelebt werden konnten und in vielen Teilen der Welt auch heute nicht gelebt werden können.
Ein für alle lohnenswerter Nachmittag.

Helene Dieckmann-Hoffmann

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