"Und sie bewegt sich doch"

Mit ihrem neuen Programm begeisterte die Kirchen- Kabarettistin Ulrike Böhmer 200 kfd Frauen aus der Region Grafschaft Bentheim.

Am Freitag, den 19.6., fand in der Aula der Sünte Marien Schule ein Kabarettabend statt, zu dem der Regionalvorstand der kfd eingeladen hatte.

Schon bei ihrem „Einzug" in die Schulaula zieht Ulrike Böhmer in ihrer Rolle als Erna Schabiewsky die Frauen und auch einige Männer allein schon durch ihr äußeres Erscheinungsbild in ihren Bann:

In ihrem roten Kostüm, mit einer grauen Tasche unter dem Arm, einem karierten Hut und schwarzen Kniestrümpfen kommt sie durch den Haupteingang und stapft durch den Mittelgang auf die Bühne.
Die Frau aus Dortmund lästert über ihre Kirche, dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Sie weiß genau Bescheid, denn sie ist die linke und die rechte Hand des Pastors.
Sie nimmt Gemeindefusionen, Kirchenabrisse, Kirchenschließungen, indische Priester, Zölibat und Frauen in der Kirche aufs Korn. Alle Zuhörer können es nachvollziehen, als sie erzählt, wie die Frauen alleine einen Gottesdienst feiern, weil kein Priester Zeit für sie hat. Dabei ist nach ihren Erkenntnissen ein Stuhlkreis mit einer ausgestalteten Mitte unverzichtbar.
Immer wieder bezieht sie die Zuschauer mit ein, wenn sie fragt: „Das kennen Sie doch auch? " Über kfd Versammlungen ist sie voll im Bilde, die sind ja auch immer gut organisiert: Dekoration und Kuchen richten sich nach der Jahreszeit.
Auch der Bericht über die Taufe ihres Enkels Kevin bringt die Zuschauer zum Lachen, weil der Täufling, der kurz vor der Kommunion getauft wird, partout das weiße Taufkleid nicht anziehen will.
Ein Vorschlag kommt bei den Zuhörern besonders gut an: Damit die Bischöfe endlich wissen, wie es in einer Familie so ist ( sie kennen sie ja nur aus der Perspektive eines Kindes) sollen sich Familien bereit erklären, einen Bischof für ca 14 Tage bei sich aufzunehmen. Vorbildlich wie Erna ist, hat sie es in ihrer Familie vorgeschlagen: Ihr Sohn freut sich schon darauf, wenn der Chauffeur des Bischofs ihn jeden Tag zur Schule und zum Sport bringen wird. Sies selbst findet es gut, dass er auch mal, wie ein Austauschschüler, im Haushalt helfen kann, z.B. Kartoffeln schälen.
Ganz erstaunt ist Erna über die Aussage ihrer Schwägerin aus dem Sauerland, dass dort jetzt indische „Paters" das machen, was die europäischen Priester vor Jahrhunderten in Indien machten. Sie würde sich auch „Paters" aus anderen Ländern bei uns in Deutschland wünschen, damit wir z.B., wenn französische Pater kämen, wohl gedeckte Tische mit Käse und Baguettes in den Kirchen hätten.
Viele Lacher sind auf ihrer Seite, als sie von ihrer missglückten „Pilgererei" auf dem Jakobsweg erzählt. Die ganze Lauferei durch Spanien konnte sie sich sparen, weil der Weg direkt durch Dortmund geht. Eine Strecke konnte sie sogar mit der U-Bahn fahren. Sie erreichte die Dortmunder Kirche Sankt Petri, übrigens eine evangelische Kirche, erst am dritten Tag nach 2 gescheiterten Versuchen.
In dieser Kirche hatte sie die Vision, dass Papst Franziskus ihr zublinzelt und damit bestätigt, dass sie (die Kirche ) sich doch bewegt.
Nach der Vorstellung erntet Erna viel Applaus. Die Zuschauer hatten einen kurzweiligen Abend, an dem sie viel lachen konnten und auch zum Nachdenken angeregt wurden.

Luise Revermann

 

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