„Tag der Diakonin 2015“ in Lingen

In diesem Jahr veranstaltete die kfd St. Bonifatius am Freitag, den 24. April 2014, zum zweiten Mal im Zusammenhang mit dem „Tag der Diakonin" für alle interessierten Frauen und Männer eine gemeindeübergreifende Veranstaltung, die sich mit dem Thema Diakonat der Frau als geweihtes Amt in der katholischen Kirche beschäftigte. Die Einführung des Diakonats der Frau ist gemeinsames Anliegen der kfd, des Katholischen Deutschen Frauenbundes, des  entralkomitees der deutschen Katholiken und des „Netzwerks Diakonat der Frau". Der „Tag der Diakonin", der seit 1998 immer am 29. April – dem Festtag der Hl. Katharina von Siena – oder zeitnah begangen wird, stellt dieses Anliegen jedes Jahr mit einem anderen Motto in den Mittelpunkt. Der „Tag der Diakonin", folgte in diesem Jahr dem Leitwort:

„Du hast mich gerufen".

 

Unter diesem Motto stand natürlich auch der Wortgottesdienst, mit dem der Abend um 18.30 Uhr in der Kirche begann. 18 Frauen trafen sich im Altarraum der Kirche, um gemeinsam das Thema Berufung von verschiedenen Seiten zu bedenken. Im Wortgottesdienst wurde deutlich: Wir alle sind zu etwas berufen. Ein jede und ein jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Nach dem Gottesdienst gingen die Teilnehmerinnen zur Begegnung ins Pfarrzentrum hinüber. Viele hatten etwas zum Essen mitgebracht und ein leckeres Buffet lud zu einem gemütlichen Beisammensein ein.

Gestärkt und erwartungsvoll wurde anschließend in einer Anfangsrunde deutlich, was die Teilnehmerinnen am Themenfeld „Sakramentales Diakonat der Frau in der kath. Kirche" besonders interessiert.

DorotheaWir freuen uns, dass wir an diesem Abend mit Frau Dr. theol. Dorothea Reininger eine Fachfrau aus unserer Gemeinde begrüßen durften. Ihre Doktorarbeit behandelte das Thema „Diakonat der Frau in der einen Kirche". Sie ist Mitbegründerin des „Netzwerks Diakonat der Frau". Gegenwärtig unterrichtet sie die Fächer Mathematik und katholische Religion an der Domschule in Osnabrück und ist als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Religionspädagogik im Institut für Katholische Theologie in Osnabrück tätig.

Sehr lebendig und für alle gut verständlich ging sie auf die verschiedenen Fragen der Anwesenden ein. Sowohl historische als auch theologische Hintergründe zum Thema wurden erläutert. Sie gab Antwort auf die Frage, wie die Diskussion in Deutschland aber auch weltweit um den sakramentalen Diakonat der Frau geführt wird. Auch wurde noch einmal deutlich, dass die meiste diakonische Arbeit in den Gemeinden von Frauen gemacht wird, die natürlich dafür nicht alle ein geweihtes Amt benötigen. Aber besonders befähigte Frauen, die sich berufen fühlen und auch bereit sind, Leitungsfunktionen für die Diakonie in der Gemeinde zu übernehmen, sollten durch eine Weihe die Zusage und Sendung der Kirche erhalten. Zu bedenken gab sie, dass Kirche ihren diakonischen Dienst wieder stärker leben müsse, denn nicht nur im Wort und in der Feier der Heiligen Messe, sondern auch in der diakonischen Tat wird Jesu Auftrag deutlich. Abschließend erzählte sie von den Beweggründen, der Entwicklung und den Zielen des „Netzwerks Diakonat der Frau".

Der Verein „Netzwerk Diakonat der Frau" wurde 1997 in Stuttgart gegründet. Er besteht aus einem Zusammenschluss von Interessen- und Arbeitsgruppen zur Förderung des Diakonats der Frau. Die Idee geht zurück auf die Diakonatskreise, in denen sich Männer und Frauen vor dem II. Vatikanischen Konzil zusammengeschlossen hatten, um die Wiederbelebung des Ständigen Diakonats in der römisch-katholischen Kirche zu fördern; dies u. a. durch die Vorbereitung von interessierten Laien auf den Diakonat, durch Auseinandersetzung über eine erneuerte Theologie des Diakonats und gemeinsames Bemühen um eine diakonische Spiritualität. Nicht zuletzt durch ihre Initiativen wurde – in enger Zusammenarbeit mit Theologen und Bischöfen – die Erneuerung des Ständigen Diakonats für verheiratete Männer durch das Konzil ermöglicht. Leider wurde der Ständige Diakonat damals nicht gleichzeitig auch für Frauen geöffnet. Seither bemühen sich viele Frauen und Männer auf allen Ebenen der Kirche, das altkirchliche Diakoninnenamt wiederzubeleben. Ziele des Netzwerks sind die Einführung des sakramentalen Ständigen Diakonats für Frauen in der römisch-katholischen Kirche und eine diakonische Kirche, in der Männer und Frauen gemeinsam den Dienst Jesu Christi leben und diakonische Leitungsdienste vor Ort wahrnehmen. (weiteres siehe auch: http://www.diakonat.de/, Homepage des „Netzwerks Diakonat der Frau")

In zwei bereits abgeschlossenen Diakonatskreisen wurden in den letzten 16 Jahren ca. 20 Frauen zu qualifizierten Diakoninnen ausgebildet. Zurzeit ist ein dritter Diakonatskreis in Planung, für den es schon ca. 30 Interessentinnen gibt. Um sich für eine Teilnahme bewerben zu können, müssen die Frauen eine abgeschlossene theologische Ausbildung haben und die Empfehlung einer Gemeinde vorweisen, in der sie schon länger in diakonischer Weise tätig sind.

Gste 2Der Abend wurde gut informiert gegen 21.30 Uhr beendet. Wie wichtig den anwesenden Frauen das Thema war, merkte man an der regen Gesprächsteilnahme und einigen Ideen, was denn konkret vielleicht getan werden könnte, um auch vor Ort mehr Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema zu lenken. Eventuell sollten alle Frauen mal „streiken" oder aber zur allgemeinen Gottesdienstzeit eine kfd-Messe zum Thema veranstalten, in der eine Frau auch predigt!

Verfasserin: Anke Daum

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