Von Stein zu Stein ......

... . ... auf dem Hümmlinger Pilgerweg
Frauenpilgerwochenende vom 03.-05.10.2014
Von Stein zu Stein wandern - das hört sich interessant an und ich war schon gespannt, was sich dahinter verbirgt. Aber Steine in meinem Rucksack?! - das fühlte sich jedenfalls so an- als ich ihn am 03. Oktober 2014 früh morgens um 7 .00 Uhr probeweise auf den Rücken schnallte.

Also alles noch einmal durchforsten: was würde ich nicht wirklich benötigen und was muss unbedingt mit? Schade, eine sehr schmackhaft aussehende Banane musste zu Hause bleiben, während die 2 Wasserflaschen bleiben durften.
Von Stein zu Stein- von Unterkunft zu Unterkunft- d6shalb wog der Rucksack dann auch ca. 6 kg- incl. einer großen Portion Vorfreude, Aufregung, etwas Abenteuerlust, aber auch Zuversicht, dass schon alles gut gehen würde.
Denn der liebe Gott war ja offizieller Begleiter unserer 17 Frauen zählenden Pilgergemeinschaft- da war ich mir sicher. Und tatsächlich, nachdem wir uns mit großem Begrüßungshallo auf dem Parkplatz am Pfarrheim sortiert hatten und zu unseren netten Fahrern -ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Ansgar und Winfried- in die Fahrzeuge stiegen, startete unsere Pilgerreise offiziell nach lustiger Fahrt an der kleinen im Wald gelegenen Marienskulptur in Breddenberg mit dem wunderschönen Singvers: Geh mit uns auf unserem Weg, geh mit uns auf unserem Weg. Dank der "Chorleitung" durch unsere schöne Singstimme Kornelia haben wir dann noch in kurzer Zeit 5 weitere Lieder einüben können, die uns auch begleiten durften. Sie kamen sogleich am ersten Pilgerstein zum Einsatzeine willkommene Unterbrechung der Wanderung und auch die wunderbar einfühlbaren Texte, die Barbara, lrmgar und Konny sprachen, trugen zusammen, mit der sommerlich strahlenden Sonne, dazu bei, dass uns ganz warm ums Herz wurde.
Die erste Etappe führte uns durch tiefen Sand -zeitweise begleitet von einer verirrten Kuh, die allerdings mehr Angst hatte vor uns, als wir vor ihr, da Marion sich ihr mutig mit kurzem Abstand nähern konnte, zur Gedenkstätte Esterwegen mit dem dazu gehörendem Kloster. Ein bewegender Ort, verbunden mit Eindrücken, die uns, denke ich , allen unvergessen bleiben. Die Führung durch die Ausstellung war sehr berührend und ich stellte mir immer wieder die Frage, wie so etwas möglich sein kann , dass Menschen so viel Leid durch andere Menschen ertragen müssen. Damals wie heute. Im Kloster durften wir dann gemeinsam mit den drei Franziskaner-Schwestern im Raum der Stille- in dem uns noch einmal das ungeheuerliche Schicksal der Moorsoldaten bewusst wurde und ihr Lied von den Moorsoldaten selbst in diesem stillen Raum präsent war- eine Messe feiern.
Dieses war ein ganz besonderer Augenblick, den wir alle wohl nicht vergessen werden. Darüber verging die Zeit so schnell, dass wir unseren eigenen Hunger ausnahmsweise gar nicht mehr spürten. Aber die holländische Nonne des Kloster war auf unser leibliches Wohl bedacht und arrangierte per Telefon im Hotel Graf Balduin ein verspätetes Abendessen. Ihr und Gott -sei Dank! Dort schon fast im Dunkeln angekommen, warfen wir nicht uns sondern erstmal nur unser Gepäck auf die Betten, um erst einmal eine Stärkung zu uns zu nehmen. Das tat gut! Ganz leckeres Essen und ein kühles Getränk- dazu muntere Gespräche und wohltuende Salben, die die ersten Blessuren beruhigen sollten -und auch taten.
Ganz gegen so mancher Gewohnheit fiel die eine oder andere dann aucl1 nach einer erfrischenden Dusche früh ins Bett, wohlwissend um die nächste Etappe am Samstag. So habe ich jedenfalls noch nie einen Samstagmorgen begonnen: Der Chef des Grafen Balduin höchstpersönlich machte mir (natürlich nicht nur mir) 2 äußerst leckere Spiegeleier, die ich genüsslich zusammen mit anderen Köstlichkeiten verspeiste und anschließend durften wir unsere Tagesration für die nächste Etappe zusammenstellen. Doch bevor es los ging, sangen wir in den nebelverhangenen Morgen hinein am Pilgerstein des Hotels das Lied Morgenlicht leuchtet- das ging auch dem netten Chef des Hauses unter die Haut und er revanchierte sich niit dem Erstellen vieler Erinnerungsfotos. Komisch , der Rucksack wog plötzlich nicht mehr so schwer, die Füße, wenn auch evtl. verpflastert und gecremt, liefen zeitweilig wie von selbst- so beflügelt kamen wir durch den Morgen. Ein tolles Miteinander bzw. Nebeneinander- mal ging man ein Stück alleine, mal zu zweit oder gar zu dritt oderviert-es war einfach schön. Und immer wieder die Pilgerrast an den Steinen mit den Sinnsprüchen und den schönen Texten von unserem Vorbereitungsteam und den gesungenen Liedern -ein Erlebnis!
Gegen frühen Nachmittag erreichten wir in Lorup die St. Maria Himmelfahrt Kirche - eine Oase! Herrlich die Kühle innen drinnen, die Stille, eine Erfrischung für Körper, Geist und Seele! Gestärkt folgten wir dem Weg Richtung Pilgermotel in Werlte und waren dann doch froh, als wir dort unsere müden Glieder ausstrecken konnten.
Das war eine ganz schöne Anstrengung, die sich aber auf jeden Fall gelohnt hat, denn • jedes Herz konnte erfüllt mit Stolz und Freude nach erfrischender Dusche einen tollen Abend geniessen. Diesen verbrachten wir bei Speis und Trank bei einem Griechen in Werlte, dessen Nationalgetränk uns alle Müh und Plag, Blasen und Wehwehchen vergessen ließ. Und die Tränen, die an dem Abend über unsere Wangen liefen waren ausnahmslos Lachtränen!
Nach einer erholsamen Nacht bekamen wir im Pilgermotel ein schönes Frühstück und die Aussicht, uns nach der letzten Etappe mit dem Ziel - der Bibelgarten in Werlte -• dort noch einmal stärken zu dürfen. Der Bibelgarten ist und bleibt genauso ein unvergessenes Erlebnis wie all die anderen Eindrücke unserer Pilgerung! Die Führung war in der kurzen Zeit sehr ausführlich, einfühlsam und beglückend für uns alle- wir haben auch von dort sehr viel mitnehmen dürfen, nicht nur geistig- auch die Blumensamen in unseren Händen werden zu Hause noch Spuren hinterlassen.
Und dann - nach Erwanderung der letzten Wegstrecke zum letzten Pilgerstein - an der alle Frauen, auch die, die vielleicht schon vorher aufgeben wollten, teilnehmen konnten- sammelten uns unsere Fahrer Ansgar und Winfried wieder ein und fuhren 17 erschöpfte aber glückliche Frauen nach Hause.
Von Stein zu Stein- auf d~m Hümmlinger Pilgerwegeine so schöne Erfahrung, die wir- da sind wir uns alle einig- noch einmal erleben möchten! Vielen Dank an die Konny, Barbara, lrmgard und auch Elisabeth für die tolle Vorbereitung! Gerne gehen wir diesen Weg noch einmal mit euch!
ln diesem Sinne schwelgt in Erinnerung
lsolde

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