kfd Sögel feierte 100jähriges Jubiläum

Der Herrgott hatte meinte es gut mit den Sögeler kfd Frauen und schickte nach tagelangem Regen passend zum großen Jubiläum strahlenden Sonnenschein nach Sögel. Beim feierlichen Einzug in die St. Jakobus-Kirche passierten Pfarrer Bernhard Horstmann mit den vielen Fahnen-und Bannerträgern sowie Ministrantinnen und Frauen des Liturgiekreises einen wunderschönen Bogenkranz mit geschmückten roten Rosen, der von den Blumenschmückerinnen der kfd liebevoll gefertigt worden war.

Vorsitzende Irmgard Schlangen-Otten begrüßte die kfd Frauen und die Gäste und freute sich, auch die inzwischen 94jährige älteste und ehemalige Vorsitzende, Grete Feldmann, und das 91jährige ehemalige Vorstandsmitglied, Grete Ahrens, unter den Besuchern begrüßen zu können. „100 Jahre gemeinsamer Weg, der gestaltet und geprägt wurde von Frauen, die ihre Spuren aufgedrückt und mit Beharrlichkeit vieles auf den Weg gebracht haben. Dieses Erbe heißt es zu bewahren und weiterzutragen“, sagte sie. Pfarrer Bernhard Horstmann, seit 9 Jahren Präses der Frauengemeinschaft, lobte die gute Arbeit der Frauen und sprach von vielfältigen Talenten, die sie dabei einsetzten.
In einer Dialogpredigt mit ehemaligen Sögeler kfd-Vorsitzenden und Pfarrer Horstmann wurde auf die Entwicklung des einstigen Müttervereins zur heutigen Katholischen Frauengemeinschaft zurückgeschaut. Dabei wurde auch die Veränderung des Frauenbildes in den 100 Jahren hinterfragt. Im Jahre 1917 gründeten der damalige Pfarrer Husmann und Frau Maria Vahrenhorst, geborene Heyer, den christlichen Mütterverein in Sögel, der von der katholischen Kirche geprägt war. Die Frauen taten sich damals zusammen, um gemeinsam für ihre im Krieg kämpfenden Männer und Söhne zu beten, aber auch, um vor Ort sozial-caritative Aufgaben zu verrichten und sich zudem über Kindererziehungs- und Haushaltsthemen auszutauschen. Bereits damals schlossen sich die Müttervereine dem Deutschen Frauenbund an. Während des 2. Weltkrieges lösten die Nationalsozialisten den Frauenbund auf. Erst in den 50iger Jahren nahm dieser die Arbeit wieder auf. 1968 erfolgte dann die Umbenennung des Müttervereins zur Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Nun konnten auch Unverheiratete, Geschiedene, Wiederverheiratete oder alleinstehende Mütter der Frauengemeinschaft beitreten. Ab den 70iger Jahren bis heute durchlebte die kfd viele Veränderungen, der Grundgedanke sei allerdings geblieben, so die ehemalige Vorsitzende Ulla Schmees, nämlich „Der Einsatz von Frauen für Frauen“. Der Verband setze sich zudem für wichtige Themen für Frauen in Kirche und Gesellschaft ein, wie z.B. die gerechte Bezahlung oder die gerechte Teilhabe von Frauen in der Kirche. Weiterhin habe der kfd-Verband die Mütterrente erfolgreich durchsetzen können, sowie eine einheitliche Notrufnummer für Frauen, denen Gewalt angetan werde, eingerichtet. Gisela Arling fügte hinzu, dass die Frauen sich zukünftig Themen wie Bewahrung der Schöpfung, die Ökumene und die Einführung des Frauendiakonates auf die Fahne geschrieben hätten. Der feierliche Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt durch den Singkreis Sögel und mitgestaltet von der Meditativen Tanzgruppe und dem Liturgiekreis der kfd.
In ihren Grußworten bezog sich die stellvertretende Diözesanvorsitzende Annette Hilmes auf die Kinderbuchgeschichte Pezzettino, bei der es um die Identitätssuche eines Kindes geht, das davon überzeugt ist, aus mehreren Stückchen zu bestehen und dass ein Stückchen bei ihm fehlt. Sie betonte dabei: „Jeder Mensch besteht aus verschiedenen Stückchen, aus einem Stückchen Angst, einem Stückchen Neugierde oder einem Stückchen Liebe. Auch die kfd bietet viele Stückchen. Hier ist der Einzelne in der Gemeinschaft wichtig. Dekanatssprecherin Helene Griesen verlas die Grußworte der neuen Bundesvorsitzenden Mechthild Heil, wo es unter anderem hieß: “Heutzutage beschäftigt sich der Frauenverband mit wichtigen Themen aus Politik und Wirtschaft. Eine Mitgliedschaft in der kfd macht Frauen stark.“ Als Geschenk überreichte Griesen der kfd Sögel ein Kreuz von der Bundesvorsitzenden, das gemeinsam mit der kfd-Kerze von Pfarrer Horstmann gesegnet wurde. Ebenfalls beglückwünschte Christa Geerswilken vom Regionalvorstand Hümmling der kfd Sögel zum großen Jubiläum und wünschte weiterhin viel Kraft und Freude den bevorstehenden Herausforderungen. Bürgermeisterin Irmgard Welling lobte die kfd:“ Die Frauen unterstützen viele Projekte und zeigen großes Engagement im Einsatz von Frauen für Frauen!“ Pastor Matthias Voss von der evangelischen Markusgemeinde sagte:“ Ohne die kfd würde die Kirche alt aussehen. Sie gibt moderner Kirche ein Gesicht“.Unter lautstarken Klängen der Kolpingkapelle Sögel zum „Großer Gott, wir loben dich“ wurden die Gottesdienstbesucher in den Pfarrgarten zum anschließenden Festakt begleitet. Das Festprogramm zum 100jährigen Jubiläum war schon am Tag zuvor in der Aula des Hümmling-Gymnasiums mit dem Kabarett „Eitel Sonnenschein“ gestartet, wobei im Anschluss daran alle Besucher zum gemütlichen Beisammensein mit Sekt und Canapes´ eingeladen waren. Auch hatten das kfd-Leitungsteam und Mitglieder des Festausschusses in der Woche vor dem Fest im Garten des Jakobusplatzes einen Ginkgo-Baum gepflanzt, der für Kraft und Hoffnung steht. Pfarrer Horstmann hatte dabei den Baum gesegnet und ein Gebet gesprochen. Am Festtag gab es nach dem Gottesdienst einen Begrüßungssekt und ein gemeinsames Mittagessen. Die Tanzgruppe „Die lustigen Oldies“ sorgte derweil mit ihren Tanz-einlagen für gute Unterhaltung. Auch von der Sketchgruppe der kfd gab es einen lobenswerten Beitrag mit dem Titel „Die Bischöfinnen-Konferenz“. Zudem wurden eine große Kuchentafel und ein Spieleprogramm für die Kinder angeboten, unter der Betreuung der Katholischen Jugend. Auf den Fotos der aufgestellten Fototafeln konnte sich so manch eine Frau wiederfinden oder beim großen kfd-Quizz tolle Preise gewinnen. Zudem hatte die Handarbeitsgruppe ihre wunderschön gefertigten Handarbeiten ausgestellt. Ebenfalls war der „Eine-Welt-Laden“ mit einem Stand vertreten und bot fair gehandelte Waren an. Als krönender Abschluss gab es unter der Leitung von Ulla Schmees eine tolle Modenschau mit Kleidern und Wäsche aus der Zeit vom „Rokkoko bis in die heutige Zeit“.
Irmgard Schlangen-Otten hatte schließlich auf ihren Wunschzettel für den Ginkgo-Baum geschrieben:“ Ich wünsche mir, dass unsere kfd mit ihren 380 Mitgliedern, 30 Mitarbeiterinnen und 11 Untergruppen auch in den nächsten 100 Jahren eine so bunte und lebendige Gemeinschaft bleibt, die mit Stolz auf Vergangenes zurückblicken und mit vielen neu gewonnenen Frauen engagiert in die Zukunft gehen kann.“ Tatsächlich sind dann am Festtag 10 neue junge Frauen der kfd Sögel beigetreten!


Text: Gisela Arling Fotos: Marina Heller/Gisela Arling

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