Von Wegen des Friedens und der Gerechtigkeit

Weltgebetstag und Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft Sant‘Egidio

Jedes Jahr machen sich Schülerinnen und Schüler in Osnabrück auf den Weg für den Frieden: am Friedenstag, den 25. Oktober, kommen sie als Steckenpferdreiterinnen und Steckenpferdreiter zum Marktplatz und erinnern an den historischen Schluss des westfälischen Friedens von Münster und Osnabrück. Die Friedensroute, ein 170km langer Radweg zwischen diesen beiden Städten zeigt ebenfalls: für Frieden braucht es Bewegung. Der westfälische Friede von Münster und Osnabrück ist auch der Grund dafür, dass das diesjährige Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio unter dem Titel „Wege des Friedens“ in den beiden Friedensstädten vom 09.09.-12.09. stattfindet.

 

Diese Veranstaltung wandert jedes Jahr in Europa und der Welt umher und trägt den Geist von Assisi weiter. In Anlehnung an das Weltgebetstreffen von 1986 wird durch diese Treffen jährlich ein Ort geschaffen, an dem Distanzen überwunden werden: räumliche, politische, kulturelle. Das traditionelle Bild der Abschlusszeremonie, das in diesem Jahr vom Osnabrücker Marktplatz kommen wird, zeigt hohe Würdenträger aus verschiedensten Religionen, Kulturen und Ländern, die auf Augenhöhe eng nebeneinander sitzen. Sie sprechen sich im Namen der Religionen einmütig für Frieden und Zusammenarbeit aus. Selten wird die inhaltliche Nähe der verschiedenen Religionen in dieser Friedensfrage besser sichtbar.

Zuvor sind alle Teilnehmer des Treffens den Weg des westfälischen Friedens gegangen und aus Münster nach Osnabrück angereist. Dort finden in den Tagen vor der Abschlusszeremonie Diskussionspanels zu friedensrelevanten Themen statt. Ein jährlich wiederkehrendes Thema ist dabei die Frage nach globaler Gerechtigkeit, die ja auch beim Weltgebetstag der Frauen im Zentrum stehen wird. Die Mechanismen globaler Wirtschaft haben zur Folge, dass man unter Umständen weite Wege zurücklegen muss, damit man die Auswirkungen des eigenen (Konsum-)Verhaltens erkennt. Wenn im Rahmen des Weltgebetstags am Beispiel der Phillipinen über diese globalen Ungerechtigkeiten nachgedacht wird, können diese weit entfernten Folgen gut sichtbar gemacht werden. Genau so kann auf den Diskussionspanels und während der gemeinsamen Mahlzeiten beim Weltfriedenstreffen ein solcher Austausch zwischen Profiteuren und Lastenträgern der Ungleichheiten im Welthandel sozusagen „auf dem kurzen Dienstweg“ erfolgen, wenn beispielsweise Vertreter aus den Philipinen und aus Deutschland miteinander ins Gespräch kommen. Ohne diesen Austausch ist es wohl nur äußerst schwer, Veränderung in Gang zu setzen.

Doch der rein weltliche Einsatz für mehr Frieden und Gerechtigkeit schöpft das volle Potenzial der Möglichkeiten nicht aus. Das wird beim Weltgebetstag der Frauen ganz deutlich, wenn der Ruf nach mehr globaler Fairness und die Auseinandersetzung mit der Situation auf den Philippinen tief verwurzelt in der Liturgie sind. Ebenso zeigt sich diese Überzeugung beim Weltfriedenstreffen, wo nach Tagen intensiven Dialogs und inhaltlicher Arbeit alle Religionsgemeinschaften an verschiedenen Orten jeweils in ihrer eigenen Tradition aber gleichzeitig für den Frieden beten.

„Informiert beten – betend handeln“ das ist somit nicht nur das Motto des Weltgebetstags der Frauen, sondern beschreibt auch das Anliegen des Weltfriedenstreffens sehr gut. Wünschen wir uns, dass sowohl der Weltgebetstag als auch das Weltfriedenstreffen zu Austausch, Verständigung und Dialog führen und so zu Wegen des Friedens und der Gerechtigkeit werden können.

Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio: „Wege des Friedens – Religionen und Kulturen im Dialog“

09.09.2017 – 12.09.2017 in Münster und Osnabrück

Mehr Informationen: https://bistum-osnabrueck.de/internationales-weltfriedenstreffen-in-muenster-und-osnabrueck/

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