Haushalte als Arbeitgeber

Die kfd- Diözesankonferenz lud im September zu ihren Studientagen in den unterschiedlichen Regionen ein. Über das Thema "Haushaltsbezogene Dienstleistungen fair-legal-bezahlbar" referierten Delegierte im Ständigen Ausschuss Hauswirtschaft und Verbraucherthemen (HuV) und dem Ständigen Ausschuss Frauen und Erwerbsarbeit (FuE).
Die kfd setzt sich dafür ein, dass haushals- und personenbezogene Dienstleistungen aus der Schattenwirtschaft in

sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse überführt und fair bezahlt werden. Erste Ansätze und viele Informationen sowie Lösungsansätze mittels Gutscheinmodellen gab es bei den Veranstaltungen. Haushalt ist ein komplexes Arbeitsfeld und hat viele Facetten. Zum guten Leben gehört ein gut geführter Haushalt. Im Laufe der Veranstaltung ging es um Veränderung von Familienstrukturen, steigende Erwerbstätigkeit von Frauen und jungen Müttern, Arbeitsteilung im Haushalt. Die statistischen Zahlen verdeutlichen es: Frauen leisten 2/3 ihrer Arbeit unbezahlt, 1/3 ist Erwerbsarbeit. Verantwortung und die Hauptlast für Haus- und Sorgearbeit tragen trotz aller Gleichberechtigung immer noch die Frauen. Kriterien für die Vergabe von Arbeiten im Haushalt hat die kfd in Kooperation mit der Universität Gießen in einer Studie erstellt, z.B. „Wann werden Haushaltstätigkeiten an externe Anbieter abgegeben?" Bei allen Bedenken der Teilnehmenden zeigt diese Studie, dass das Interesse an einer Entlastung im Haushalt groß ist. Aber die Entscheidung für oder gegen eine haushaltsbezogene Dienstleistung ist letztlich für viele Haushalte eine Kostenfrage. Das Fördern von regulären Beschäftigungen im Dienstleistungssektor Privathaushalt kann nur gelingen, wenn das Verfahren zur Anmeldung einfach ist, es genügend legale Anbieter gibt und der Endpreis für Verbraucher gesenkt wird. Neben schon bestehenden Steuervergünstigungen werden in Baden- Württemberg Gutscheinmodelle in einem Pilotprojekt getestet. Das Gutscheinverfahren hat das Ziel, dass die Dienstleistung nur geringfügig teurer ist als die „illegale", dafür aber alle sozialversicherungsrelevanten Abgaben enthält. Damit erhöhen sich für die Beschäftigten die Arbeitsbedingungen und sie erfahren eine Wertschätzung ihrer Arbeit.
Zur Weiterarbeit an diesem wichtigen Thema wurde an alle Teilnehmerinnen die Broschüre "Haushalte als Arbeitgeber" mit vielen Informationen und Anregungen für die Praxis ausgeteilt.

Ursula Kemna

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