"Tag der Diakonin" in Hüven

Seit 1998 wird der „Tag der Diakonin“ bundesweit am 29. April am Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena begangen. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Macht Kirche zukunftsfähig“ und fand für das Dekanat Emsland-Nord mit den Regionen Aschendorf und Hümmlingerstmals in Hüven statt. Begonnen wurde mit einem Wortgottesdienst in der St. Bonifatius Kirche, bei dem Marlies Etmannvom RegionalvorstandHümmlinggut 80 Frauen begrüßte.“

Mit dieser Veranstaltung wollen wir unsere Forderung nach der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen am sakramentalen Dienst des Diakonats bekräftigen“, sagte sie und fügte hinzu:“Die Kirche braucht die Frauen, wenn sie zukunftsfähig gut gerüstet sein will“. Die Frauen beteten gemeinsam darum, dass die Kirche ihre vielfältigen Dienste anerkennt und Frauen zum Diakonat zulässt.Im Anschluss an den Gottesdienst, deren Gebete und Lieder von Mechthild Westerhoff auf der Gitarre begleitet wurden, fand eine Begegnungim Dorfgemeinschaftshaus statt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Diözesanreferentin Lydia Egelkamp vom Bistum Osnabrück über das bewegte Leben der heiligen Edith Stein. „Edith Stein hat einen großen mutigen Einsatz für Frauenfragen in ihrer Zeit geleistet und sich intensiv mit der Frage nach Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Kirche auseinandergesetzt. Außerdem hat sie sich erfolgreich für das Wahlrecht der Frauen stark gemacht“, sagte Egelkamp und bezeichnete Edith Stein als „moderne Heilige“, die Wissenschaft und Glauben miteinander zu vereinen gewusst und ihre Fähigkeiten in das öffentliche Leben eingebracht hätte. Berufliche Rückschläge aufgrund ihres weiblichen Geschlechts und ihrer jüdischen Herkunft hätten diese dann in eine Lebenskrise geführt. Stein wäre gerne Professorin an der Universität geworden. Schließlich habe sie über die Autobiografie der Philosophin Tersa von Avila zur „Wahrheit“ gefunden, aber nicht in der Philosophie, sondern in der Person. Dabei habe sie das „Du-Gottes“ entdeckt und sei zu der Überzeugung gekommen, das „Gott allein genügt“. Nach einer atheistischen Lebensphase sei sie schließlich zum Katholozismus konvertiert und 1933in das Kölner Karmelitinnen-Kloster eingetreten, wo sie gänzlich im Vertrauen auf die Kraft des Kreuzes lebte, berichtete Egelkamp weiter. 1942 sei Edith Stein als christliche Jüdin in Ausschwitz ermordet worden.„Edith Stein hat alle Katastrophen des 20. Jahrhunderts aufgesogen und in ihrer Person vereint. Sie hat Brücken gebaut zwischen Judentum und Christentum“, soEgelkamp. Als eine bemerkenswerte Frauenpersönlichkeit der Kirche des 20. Jahrhunderts sei sie 1998 von Papst Johannes Paul II heiliggesprochen und 1999 zur Patronin Europas ernannt worden. Egelkamp lenkte ihren Blick auf die gegenwärtige kirchliche Situation und sagte: „Wir brauchen weiterhin einen langen Atem, um ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Frauen und Männern in der Kirche zu erreichen.“ Ein erster Schritt in diese Richtung werde ihren Worten zufolgenun mit Bischof Bode gemacht, der die Frauenqoute in den kirchlichen Gremien erhöhen und die Forderung nach dem Diakonat der Frau unterstützen wolle, betonte Egelkamp.„Wir sind auf der Welt, um der Menschlichkeit zu dienen. Nur wer sich selbst als Person, als sinnvolles Ganzes versteht und erkennt, kann andere Personen verstehen“. Dieses Zitat, das neben weiteren Zitaten von Edith Stein durch Annette Hilmes in den Vortrag eingebaut wurde, sei  der“zentrale Schlüsselsatz für diakonisches Handeln“, erklärte Egelkamp. Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsam gesprochenen Gebet von Edith Stein. Marlies Egelkamp bedankte sich abschließend bei der Referentin und bei Annette Hilmesfür die interessanten Betrachtungen sowie beim Leitungsteam der kfd Hüven für die Bewirtung.

Gisela Arling

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