kfd Frauen fordern mehr Achtsamkeit beim Umgang mit Lebensmitteln

Wir leben auf Kosten der Armen – Anne Minnich referierte über Lebensmittelverschwendung

der Regionalkonferenz der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) des Dekanats Emsland-Nord Region Hümmlingin Stavernsetzten sich die Frauen aus den 26 kfd-Gemeinschaften des Dekanats Emsland-Nord,die Dekanatssprecherin Leni Schmits sowie die Delegierte vomkfd-Bundesverbandsprojekt „Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht“, Anne Minnich, mit dem Thema „Lebensmittelverschwendung“ auseinander.

Die Gastgeberinnen von der kfd Staverngaben zur Einstimmung einen passenden geistlichen Impuls zum Thema „Brot für alle“. Vorsitzende Marlies Etmann verwies im Laufe der Versammlung auf anstehende Termine wie den „Tag der Diakonin“ am 24. April in Hüven sowie die Frauenkundgebung in Ahmsen mit dem Stück „Anatevka“ am 4. u. 5. Juni. Die Planungen zur großen Frauen-Sternwallfahrt „Gehen und Beten zu sich und zu Gott“ am 26. Juni nach Heede liefen bereits auf Hochtouren, teilte sie mit.

Minnich sprach über das hochaktuelle und weltweite Problem der Lebensmittelverschwendung. Sie zeigte zum Einstieg den 30minütigen Dokumentarfilm „Im Eimer“ von Valentin Thurn, der die unterschiedlichen Sichtweisen der Problematik darstellte und dabei die gesamte Produktionskette in den Blick nahm: Vom Anbau auf dem Feld, über Transport, Verarbeitung und Vermarktung in den Groß- und Supermärkten bis hin zum Konsumverhalten der Endverbraucher. Es wurde unter anderem deutlich, dass es in Deutschland einen sehr hohen Wettbewerbsdruck im Einzelhandelsbereich gibt und Händler deshalb vor der Hausforderung stehen „satte Menschen hungrig zu machen“. In Deutschland werden laut aktueller Studien jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das Fazit der beeindruckenden Dokumentation lautete: „Rein rechnerisch würden die in Europa und Nordamerika weggeworfenen Lebensmittel drei Mal ausreichen, um alle Hungernden auf der Welt zu ernähren!“. „Das Mindesthaltbarkeitsdatum gehört abgeschafft“, forderte Minnich, denn viele der weggeworfenen Produkte seien erwiesenermaßen noch sechs Monate nach Ablauf dieses Datums genießbar. Als weitere Gründe für das Wegwerfen nannte sie einemangelnde Wertschätzung durch die ständige Verfügbarkeit eines Überangebotes an Nahrungsmitteln sowie die Einhaltung bestimmter Vermarktungsnormen mit Vorgaben in Bezug auf Größe und Aussehen. „Diese Schönheitsnormen gehören ebenfalls abgeschafft“, betonteMinnichund fügte hinzu: “Wir leben auf Kosten der Armen“.Durch das Wegwerfen von Lebensmitteln würden zudem neben der Arbeitskraft auch lebenswichtige Ressourcen wie Energie, Boden und Wasser verschwendet. „Für einen Hamburger werden 2400 Liter Wasser, das sind 15 volle Badewannen, benötigt“, teilte sie mit und legte den Frauen ans Herz, in ihren Gemeinden praxisnahe und gut umsetzbare Aktionen zum Thema Lebensmittelverschwendung zu veranstalten. Sie verteilte Rezepte zum Verwerten von Restlebensmitteln und gab Tipps zum richtigen Lagern von Produktenim Kühlschrank. Minnich schloss ihren Vortrag mit einem Zitat von Papst Franziskus aus der Enzyklika ´Laudato si´ über die Sorge um das gemeinsame Haus.“ Die Erde könnte uns theoretisch noch 500 Millionen Jahre lang als Heimat dienen und uns gut bewirten, wenn wir uns „um unser gemeinsames Haus sorgen“.Die Versammlung endete mit einem großen Dankeschön von Marlies Etmann an die Referentin Anne Minnich und einer zum Thema passenden Meditation durch das Vorstandsteam.

Gisela Arling

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