Die Zeit zum Handeln ist jetzt

Tag der Diakonin in Lathen- Wahn
Gemeindereferentin Doris Brinkerspricht über Beerdigungsdienste durch Laien
„Die Zeit zum Handeln ist jetzt“. Unter diesem Thema stand der Wortgottesdienst zum „Tag der Diakonin“ in der St. Antonius-Kirche in Lathen Wahn. Initiatorin Helene Griesen bezog sich dabei auf die Bibelstelle „Gleichnis vom Wachsen der Saat (Mk 4, 26-29) und sagte: “Angesichts der aktuellen Herausforderungen zur Weiterentwicklung des kirchlichen Lebens darf der Entschluss, Frauen zum Diakonat zuzulassen, nicht länger aufgeschoben werden“.

Als Getaufte und Gefirmte seien Frauen und Männer in gleicher Weise dazu berufen, aktiv am Aufbau und am Fortbestand der Kirche mitzuwirken und dabei den Dienst am Nächsten zu verwirklichen, so Griesen weiter.
Mit auf dem Programm stand im Anschluss an den Wortgottesdienst ein Vortrag zum Thema „Beerdigungsdienste durch Laien“ mit der Gemeindereferentin Doris Brinker aus der Pfarreiengemeinschaft Aschendorf/Rhede. Brinkerist im Jahr 2015 mit sieben weiteren pastoralen MitarbeiterInnenaus dem Dekanat Emsland-Nord von Bischof Bode zur Beauftragten für Beerdigungsdienste für Laien ernannt und ausgesandt worden.„Die Sorge um die Toten und die Hinterbliebenen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gemeinde und ihrer Seelsorger“, sagte sie und fügte hinzu:“Die Beauftragten im Beerdigungsdienst wollen in ganz eigener Weise Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten und mit der österlichen Botschaft Trost und Hoffnung spenden“. Sie durchleuchteteden theologischen und historischen Hintergrund von Beerdigungsdiensten durch Laien. Angesichts des bestehenden Priestermangels würde es den Worten Brinkers zufolge in Zukunft immer schwieriger sein, die Leitung eines Begräbnisses durch einen Priester oder Diakon sicherzustellen.Die Anzahl der Beerdigungsdienste durch Laien sei in den letzten Jahren enorm gestiegen. Diese Dienste hätten stark mit dem Diakonat zu tun, fuhr Brinker fort. Schon zur frühen Christenheit sei das Beerdigen von Verstorbenen laut Paulusbriefen ein zutiefst diakonischer Dienst, ein Gnadendienst,„der auch heute verbunden ist mit der tiefen Sehnsucht der Menschen, den Toten die letzte Ehre zu erweisen“, erklärte Brinker in ihrem Vortrag und führte weiter aus, dass die Diakonie ein Hauptgrunddienst der Kirche sei.. „Jesus, der am Kreuz gestorben ist, wurde selbst nicht von einem Priester, sondern von einem Laien beerdigt, andere haben ihn gesalbt und versorgt“.
Es gebe biblische Grundlagen für den Diakonat der Frau. Schon im Neuen Testament sei von der Diakonin Phöbe die Rede gewesen. Die Bibel und Zeugnisse seien damals jedoch wegen der Priesterschwemme patriarchisch geprägt gewesen, und die Frauen hätten in der Gesellschaft und Kirche an untergeordneter Stelle gestanden, so dass dieser diakonische Dienst irgendwann untergangen sei, erklärte Brinker.
Früher habe es die Theologie vorgeschrieben, den Auferstehungsglauben im Zentrum der Beerdigung zu stellen und nicht den Menschen, der in die Erde gelegt wurde. Heute brächten die Priester und Beerdigungsbeauftragten bei der Beerdigung die Vita des Menschen in Verbindung mit dem Auferstehungsglauben. Die Bestattungskultur habe sich insgesamt gewandelt. Bei der bisher oft gewählten Erdbestattung gehöre zur Beerdigung ein Requiem, was durch die steigende Zahl der Urnenbeisetzungen oft nicht mehr erwünscht sei. Für kirchenferne Angehörige sei es nach Meinung von Doris Brinker oft besser, einen Wortgottesdienst zu feiern, der stimmig sei. Für die Angehörigen sei eine würdevolle Beerdigung sehr wichtig und zeigten sich oft sehr dankbar dafür. In einer individuell gestalteten Trauerfeier sollte aber die Auferstehungsbotschaft als Hilfe und Trost nicht fehlen.
“Ich sehe den Beerdigungsdienst persönlich als einen Dienst, den wir tun müssen und den wir würdig begleiten müssen, um den Menschen gerecht zu werden, in Verbindung mit dem Glauben. Die Begleitung der Angehörigen mit Zeit für ausführliche Trauergespräche liegen mir besonders am Herzen“, sagte sie abschließend.
Den Tag der Diakonin gibt es seit 20 Jahren und ist an den Gedenktag der Kirchenlehrerin Katharina von Siena am 29. April geknüpft.
Text u. Fotos :Gisela Arling

 

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