Impuls im März

PKVorbildWas machen SIE am ersten Freitag im März? Natürlich! Am 1. März ist der Weltgebetstag der Frauen. Dieses Jahr aus Slowenien unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit!“ In über 100 Ländern organisieren und gestalten Frauen jedes Jahr den Weltgebetstag. Frauen verschiedener christlicher Konfessionen und Altersgruppen sind in der Vorbereitungs-Teams aktiv. Das Ökumenische Miteinander wird seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich gelebt. Das Engagement für dien Weltgebetstag ist bunt und vielfältig und geradezu vorbildlich für das Zusammenleben der Konfessionen in Kirche und Gesellschaft.

Vorbild(l)ICH – unter diesem Motto beschäftigt sich der „Aschermittwoch der Frauen 2019“ der in diesem Jahr zum 30. Mal auf den 6. März fällt. Das Thema scheint zunächst klar und einfach, ist aber unglaublich vielschichtig und interessant.

Sicher, für uns Christen und Christinnen ist DAS Vorbild schlechthin Jesus Christus. Und die, die er selbst in seine Nachfolge gerufen hat. Oder diejenigen, die sich in seine Nachfolge begeben haben: Die Heiligen. Was ist aber mit ganz normalen Menschen? Können diese Vorbilder sein?Oder gar jede von uns?

Es lohnt sich, darüber nachzudenken ... Es stimmt: Kein Mensch ist in all seinen Facetten und Lebensbereichen nur vorbildlich. Aber jeder und jede hat sicherlich einige vorbildliche Züge – vielleicht im Wesen oder Charakter, im Sozialverhalten, im Engagement in der Kirchengemeinde, von den Fähigkeiten und Eigenschaften her oder durch die eigene Lebensgeschichte und Lebensleistung.

Und natürlich bleiben uns auch die großen Vorbilder der Bibel und die Heiligen. Es gibt die Vorbilder in Politik und Zeitgeschichte. Wir haben unsere Vorbilder in der Familie. Und jede kennt sicher auch streitbare Vorbilder und Idole. Nicht umsonst steckt das Wort Bild im Begriff Vorbild. Das kann auch meinen, dass ich ein bestimmtes Bild von jemandem habe oder mir mache, welches nicht unbedingt der Realität entspricht.

All diese verschiedenen Vorbilder sind Thema beim diesjährigen Aschermittwoch der Frauen. Und wir selber sind ebenfalls Thema, wenn wir uns fragen: Wo und worin bin ich denn Vorbild, also Vorbild(l)ICH.

Was macht einen Menschen eigentlich zum Vorbild?

Blättert man in Büchern, die sich mit dem Thema Vorbilder beschäftigen, werden Personen genannt wie: Dietrich Bonhoeffer, Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe, Sophie Scholl, Albert Schweitzer, . . .
Große Denker*, Kämpfer* für die gute Sache, Schöpfer* von Meisterwerken.

Wer sich an diesen bemerkenswerten Persönlichkeiten orientiert, macht sicherlich nichts verkehrt.

Ein Vorbild ist somit jemand, der eine Fähigkeit oder Haltung hat, der man nacheifert, dem man nach dem Prinzip „Lernen am Modell“ folgen kann.

Vorbilder sind keine Helden*, sondern haben Fähigkeiten, die begeistern.

Jemand kann tolle Reden halten, andere begeistern. Empathisch sein und trotzdem bei sich bleiben.
Das ist ein Vorbild! Jemanden zum Vorbild erklären, können wir nur selbst.
Diese Vorbilder sind bei jeder von uns andere.

Ein Grund, warum auf die Frage nach Vorbildern oft langes Schweigen folgt, ist, dass nach der einen Person, dem ultimativen Komplettpaket aus Moral und Talent, gesucht wird. Doch wir werden niemanden finden, dem wir in jeder Beziehung nacheifern wollen.

Das Vorbild ist nie der perfekte Mensch, der in allem reif und gestanden reagieren kann.

Bei der Frage nach MIR als VORBILD – Vorbild ICH – werden allerdings gerade wir Frauen eher ruhig und blass.

Ich bin schließlich der einzige Mensch auf der Welt, mit dem ich ständig zusammen bin. Lebenslang bin ich an mich selbst gebunden. Ich sollte daher ein großes Interesse daran haben, die Beziehung mit mir selbst zu pflegen und mich wohlzufühlen.

Nutzen wir also den März um die Beziehung zu mir selbst zu vertiefen. 

AUF DER SUCHE NACH MIR

Suchen heißt finden wollen.
Vielfältige Entdeckungen machen.
Verborgenes aufspüren,
Verschüttetes ausgraben,
Neuland betreten.

Ich komme dem Selbstbetrug auf die Spur.
Erkenne mich zuweilen nicht wieder.
Befremdend ist mein Spiegelbild.
Ging ich mir selbst verloren,
auf der Suche nach MIR?

Doch nein.
Nur eine Bildstörung.
Vorübergehend,
mahnend,
reinigend wie ein Gewitter.

Nun sehe ich klarer!
Der tiefe Blick auf mein ICH.
Er zeigt keine Abgründe.
Er zeigt die Fülle.
Den Reichtum göttlichen Schaffens.
Staunenswert, vorbildlich, sind deine Werke Herr!

Suzana Muthreich

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