„No shopping" am Sonntag" ?!

johannes vortmann/pixelio.deZurzeit häufen sich die Angebote, den Sonntag als Einkaufstag zu nutzen. Die Städte wetteifern mit verkaufsoffenen Sonntagen:

„Frühlingsmarkt" „Die Stadt blüht auf"..... „Alles für den Garten" bieten die Baumärkte und Gartencenter auch am Sonntag an. Das alles lässt sich, wie der Werbung zu entnehmen ist, am besten am Sonntag erledigen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass am Sonntag alle Läden geschlossen waren. Brötchen vom Bäcker? Einkaufsbummel in der Innenstadt? Nicht am Sonntag! Seit etwa 10 Jahren wird ein verkaufsoffener Sonntag als normal empfunden.

Dabei hat eine Umfrage von Infratest ergeben, dass drei Viertel der Deutschen wünschen, dass die Geschäfte am Sonntag geschlossen bleiben. Allerdings variieren die Ergebnisse je nach Alter. So wünschen 40 Prozent der 18 bis 29-Jährigen offene Geschäfte am Sonntag. Im Alter zwischen 30 und 44 Jahren sind noch 28 % für den Sonntagseinkauf, in der Gruppe der über 60-Jährigen finden dies nur noch 19% gut. Die Resonanz zeigt jedoch, dass es Bedarf gibt. Viele Familien nutzen dieses Angebot um gemeinsam etwas zu unternehmen. Da stellt sich die Frage: Gibt es auch Alternativen? Wie ist es, wenn ich diesen Trend nicht mitmache? Ich kann dann nicht „mitreden" über das tolle Gartencenter mit dem super Cafe?

Vor allem, dass so viele Menschen an solchen Sonntagen in der Stadt waren, zeigt mir doch, dass ich etwas verpasst habe. Ich gehöre nicht zu der Masse und fühle mich als Sonderling. Ich wünsche mir den Mut, aus diesem „Shoppingkarussell" auszusteigen. Was kaufe ich eigentlich und warum? Kaufe ich, nur um etwas zu kaufen? Sind es Frust- Langeweile- oder Belohnungskäufe? Alles was es am Sonntag zu kaufen gibt, gibt es doch auch an Werktagen. Wie viel von den gekauften Artikeln landet nach kurzer Zeit in den Altkleidercontainer oder auf der Müllhalde?

„Auch an einem Sonntag einkaufen zu können setzt uns noch zusätzlich unter Druck. Wir gewinnen den Sonntag nicht, sondern verlieren ihn. Denn wir verlieren die Zeit, die gekauften Produkte auch zu genießen. (Hartmut Rosa)

Wie geht es den Arbeitnehmern (meistens weiblich), von denen erwartet wird, dass sie auch am Sonntag für den Arbeitgeber zur Verfügung stehen? Es wird mittlerweile schon zur Normalität und nicht mal mehr als unzumutbare Arbeitsanforderung. empfunden. Das rächt sich, seit Jahren nehmen Erschöpfungszustände, Burnouts und Depressionen zu. Wenn Körper Geist und Seele nie zur Ruhe kommen, wird der Mensch krank. Franz Kamphaus, der frühere Bischof von Limburg schreibt: „Der Sonntag bedeutet, die Woche beginnt mit dem freien Tag, nicht mit der Arbeit. Er ist nicht irgendein freier Tag, den man nach Belieben in der Woche herumschieben kann. Er steht am Anfang von allen Tagen." Aber am Sonntag auszuspannen und die Seele baumeln zu lassen ist für manche Menschen eine echte Herausforderung geworden.

"Entdecken Sie, wie wohltuend die 52 Sonntage für unsere Seelen und für die Gesellschaft sind. Lassen Sie sich anstecken, den Sonntag zu genießen und zu feiern. Erfinden Sie den Sonntag immer wieder neu – damit er lebendig bleibt." ( zitiert aus dem Buch „sonntags" von Andere Zeiten)

Monika Jansen

Foto:johannes vortmann / pixelio.de

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