Sonntag muss Sonntag bleiben

Monika Jansen von der Landesallianz für den freien Sonntag referiert auf der kfd-Regionalkonferenz in Vrees
Auf der kfd Regionalkonferenz der Region Hümmling referierte die Delegierte der Landesallianz für den freien Sonntag Niedersachsen, Monika Jansen, zum Thema „Sonntag – Ein Geschenk des Himmels?“ was bei den kfd-Frauen auf großes Interesse stieß.

Mit einem geistlichen Impuls in der St. Nikolaus-Kirche in Vrees hatte die Konferenz begonnen. Anschließend begrüßte Regionalvorsitzende Marlies Etmann die verantwortlichen kfd-Frauen der 26 Gemeinden aus dem Dekanat Emsland-Nord im Heimathaus Vreesund verwies auf bevorstehende Termine, wie die Frauenkundgebungen in Ahmsenam 23. u. 24. Mai mit der kfd Bundesvorsitzenden Mechthild Heil als Rednerin sowie den Diözesantag am 25. August auf der Landesgartenschau in Bad Iburg. Zum gelungenen Tag der Diakonin in Lathen-Wahn sagte Dekanatssprecherin Leni Schmitz: „Wir kfd-Frauen mit unseren Stärken müssen weiter dafür kämpfen, dass wir mehr in kirchliche Ämter reinkommen“.
Die Landesallianz für den freien Sonntag in Niedersachsen mit zehn Organisatoren, darunter auch die kfd, gibt es nach den Worten vonMonika Jansenbereits seit 2006.Das Bestreben der Allianz sei der ausdrückliche Schutz der Sonn- und Feiertage mit Sicherstellung der Arbeitsruhe. Die Arbeit am Sonntag müsse auf den gesellschaftlich notwendigen Umfang begrenzt bleiben. „ Der Sonntag steckt schwer in der Krise. Er ist kein Tag zur freien Verfügung mehr, sondern ein Sonsttag“, sagte Jansen. Das sei schon ein Grund für die leeren Kirchen. Vielen Menschen fehlten Zeit und Ruhe, eine Stunde in der Kirche zu verbringen. Bei der anschließenden Befragung, wie die Einzelnen den Sonntag gestalten, waren die häufigsten Antworten: Ausschlafen, in Ruhe frühstücken, Unternehmungen mit den Kindern, Treffen mit Freunden, eventuell zur Kirche gehen, aber auch Hausarbeiten wie Wäsche waschen, bügeln oder einkaufen.Das Ladenöffnungsgesetz lasse den Worten von Jansen zufolge jährlich vier Öffnungen am Sonntag zu. Die fünfte werde von vielen Kirchen abgelehnt. In Niedersachsen müssten Arbeitnehmer immer häufiger an Sonn- und Feiertagen arbeiten. „Wir von der Allianz engagieren uns gegen die schleichende Aushöhlung des bestehenden Sonn- und Feiertagsschutzes und für den freien Sonntag als gemeinsamen Zeitanker für uns Menschen. Wir haben den Gesetzgebern klar gemacht, dass noch einiges verschärft werden muss, wie die Anlassbezogenzeit“, betonte Jansen. Im Jahr 2017 habe es 3462 Ausnahmegenehmigungen gegeben. Anlässe gäbe es viele, und schon sei es möglich, das Gesetz zu umgehen.
Im Grundgesetz sei der Sonntag fest verankert als einen Tag der Ruhe. „Gemeinsame freie Zeit ist ein Stück Lebensqualität, die nicht verloren gehen sollte“, sagte Jansen.
Bei der sich anschließenden Diskussion ging es um die Frage: “Was hat unser Leben so verändert, dass es für viele nicht mehr möglich ist, einen Tag in der Woche ohne Verpflichtung auszukommen?“ Viele Alleinerziehende würden am Sonntag arbeiten, um den Sonntagszuschlag zu erhalten, meinten einige Frauen.Zudem arbeiteten viele Frauen am Sonntag, da dann die Kinderbetreuung durch den Ehepartner sichergestellt sei. Beängstigend sei jedoch auch, dass mittlerweile von vielen Arbeitnehmern das Arbeiten am Sonntag als Normalität empfunden werde und nicht mehr als unzumutbare Arbeitsanforderung. Erschöpfungszustände und Burnouts seien die Folge und würden weiter zunehmen.Übereinstimmend sprachen sich die Frauen schließlich für die Erhaltung des Sonntags als Ruhetag, als gemeinsamer freier Tag, aus. Kirchen und Gewerkschaften müssten sich noch stärker dafür einsetzen. Ein Lächeln ins Gesicht der Frauen zauberte die Referentin zum Schluss mit dem Abspielen des songs „Der perfekte Moment … wird heute verpennt“, von Max Raabe, der passend zum Thema „mal faul zu sein, um sich vom Druck und der Hektik des Alltags frei zu machen- handelte.
Text u. Fotos: Gisela Arling

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