Impuls im November

In unseren Gärten finden wir noch die letzten Blüten des Spätsommers, eine Rose, eine späte Aster. Die Felder sind abgeerntet, leer. Wir haben die Ernte eingebracht und nun beginnt die dunkle Jahreszeit. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kälter und Regen und sogar der erste Schnee lassen uns lieber im Hause bleiben.

Das ist der November, für viele ein ernster, ungeliebter, dunkler Monat. Er startet mit dem Fest Allerheiligen, dem Allerseelentag, Totensonntag und Volkstrauertag, Tage des Gedenkens an unseren verstorbenen Familienangehörigen, an Opfer von Kriegen, Terror und Gewalt. Mit den kürzer werdenden Tagen stellen wir uns auch der Vergänglichkeit des Lebens. Und es ist gut, die Trauer vor Gott bringen zu können – und gleichzeitig ein Hoffnungszeichen auf ein Leben über Tod und Schrecken hinaus zu setzen, zum Beispiel mit der Gräbersegnung in den Gemeinden.

Am Christkönigsfest Ende November feiern wir Kirchenjahr Silvester: Das Alte geht zu Ende und etwas Neues beginnt – nämlich die Adventszeit – die schöne Zeit der Erwartung und Hoffnung. Aber erst müssen wir auch die dunklen Seiten annehmen und aushalten.

Aber der November hat auch schöne und helle Seiten. Da ist der Martinstag, ein Tag der uns zum Teilen aufruft und an dem die Kinder mit ihren bunten Laternen durch die Straßen ziehen und singen.

In diesem Jahr ist das Teilen des Mantels, so wie St. Martin es getan hat, sicherlich noch einmal von besonderer Aktualität: viele Flüchtlinge sind zu uns nach Deutschland gekommen und brauchen hier das Nötigste zum Leben, Kleidung und einen warmes Dach über dem Kopf. Einen Mantel kann man selbstverständlich nur einmal teilen, sonst wärmt er irgendwann keinen mehr – Aber das heißt nicht, dass wir aufhören sollten zu teilen, sondern mehr: es reicht nicht zu teilen und die Menschen zu beschenken. Wir brauchen Perspektiven und Lösungen, die eine Integration ermöglichen. Und wir brauchen Lösungen, die den vielen Menschen, die noch auf der Flucht sind, eine Perspektive in ihren Herkunftsländern ermöglicht. Dann gibt es keine neuen Flüchtlinge und nur so kann die Flüchtlingswelle eingedämmt werden.

Für mich ist es an den langen Novemberabenden schön, mit der Familie oder mit Freunden, bei Tee und Gebäck zusammenzusitzen und zu Klönen. Das meint zu erinnern – das Schöne und das Schwere – und zu spüren, dass ich ein Zuhause habe. Ich wünsche auch Ihnen, dass Sie den ernsten und dunklen Monat ebenfalls genießen.

Margret Hoffhaus

 

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