Impuls im Juni

Angebote zu Oasentage oder auch Wüstentage haben Sie sicher auch schon mal gelesen. Vielleicht auch sogar daran teilgenommen und zufrieden nach Hause gegangen. Aber Wüstentage in Echt zu erleben ist schon etwas ganz  Besonderes. Dieses durfte ich auf der Gemeindefahrt nach Israel Anfang Mai in der Wüste Negev erfahren.

 

Wüste was ist das schon?  Man könnte meinen hier gibt es nur Sand oder Steine, Sonne von morgens bis abends, flirrende Hitze, kein Baum oder Strauch, überhaupt kein grün, vielleicht hier und da ein Kamel oder einen Jeep.

 

 

In der Wüste Negev findet man weniger Sand, dafür ganz viele Steine und Steinformationen. In dieser Gegend gab und gibt es immer wieder Erdbeben, da hier die Erdplatten von Europa und Asien aufeinander treffen. Dadurch haben sich einige imposante Krater gebildet. Beim ersten hinsehen ist die Landschaft vielleicht nur gelb/bräunlich und ohne Leben. An das grelle Sonnenlicht muss sich das Auge auch erst gewöhnen. Es herrscht eine himmlische Stille. Dem einen oder anderen vielleicht auch zu ruhig. Denn wir sind es nicht mehr gewohnt, dass es einfach still ist - keine Musik, keine Gerede und kein Straßenlärm.

 

Ich stehe da und schaue in die Ferne. Ganz weit öffnet sich der Blick. Ich suche nichts. Und dann – nach einer Weile ist der Krater nicht mehr einfarbig, sondern er ist bunt. Weiße, Gelbe, Braune Farben, sogar ein Rot und etwas Schwarz findet das Auge in den Gesteinsmassen. Einfach toll, so eine Vielfalt mitten in der Wüste.

 

Beim Gang durch einen Wadi sehe ich einen Baum – bin ganz erstaunt. Was für ein schöner Schattenspender. Nach ein paar hundert Metern auch etwas Wasser. Nur so groß wie eine Pfütze. Dann weiter ein Rinnsal und zum Schluss ein Becken mit Wasserfall. Wie ein Wunder.

 

Wo es Wasser gibt, wachsen auch Sträucher und Blumen.

 

Einige Blumen können von dem Novemberregen überleben. Ganz klein und zart wachsen sie aus den Gesteinsfugen.

 

Für mich ist die Wüste voller Überraschungen. Ich habe nichts erwartet und soviel gefunden.

 

Die Wüste lebt, aber ganz leise und das tut der Seele gut.

 

Im Neuen Testament heißt es immer wieder, das Jesus in die Wüste ging um zu beten. Ich kann jetzt verstehen, warum.

 

 

 

Erwarten wir immer zu viel und sind dann enttäuscht, wenn es nicht so läuft, wie wir uns es vorgestellt haben?

 

Nichts erwarten von einem Tag und dann doch etwas finden, so ganz unverhofft. Das tut uns allen gut.

 

 

 

Veronika Pütker

 

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