Impuls im November

Nein zu Gewalt an Frauen - Sarah ist 28 Jahre alt. Sie hat im letzten Jahr geheiratet. Es war eine Liebesheirat. Seit einiger Zeit hat sich ihr Mann verändert, sagt sie. Er verbietet ihr mit den Freundinnen ins Kino zu gehen, sie muss sich bei ihm abmelden, bevor sie zur Toilette geht und er ist fürchterlich eifersüchtig. Wenn ihr Kollege sie weiterhin so freundlich behandelt, wird er ihr verbieten weiterhin arbeiten zu gehen.

 

Farhana ist nach Deutschland geflohen. Sie hat sich für Mädchen- und Frauenrechte in ihrer Heimat eingesetzt.
Daraufhin wurde ihr Mann verschleppt. Sie fand ihn Monate später zusammengeschlagen auf der Straße liegend. Ihre Tochter und sie wären fast überfahren worden. Nur weil ein aufmerksamer Passant die beiden Frauen in letzter Sekunden in sein Geschäft gezogen hat, haben sie überlebt. Die Regierung ihres Heimatlandes sucht sie. Wenn sie sie finden, wird sie wieder ins Gefängnis geworfen. Nicht zum ersten Mal. Was dort die letzten Male passiert ist, möchte sie nicht sagen.

Frau Meyer ist dement. Ihre Tochter, bei der sie im Haus lebt, ist mit der Situation völlig überfordert. Frau
Meyer wird von ihr angeschrien, täglich.

Das sind drei Beispiele, die so oder so ähnlich tatsächlich in den letzten Jahren stattgefunden haben.

Jede vierte Frau im Alter von 16-85 Jahren wird in Deutschland in ihrem Leben mindestens ein Mal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt, dazu kommen noch Fälle psychischer Gewalt, die keineswegs nur in sozialen Brennpunkten der Gesellschaft zu finden sind.

Um so wichtiger ist es, dass wir uns aufmerksam, sensibel und lautstark für die Bekämpfung von Gewalt einsetzen.

Das geschieht in den unterschiedlichen staatlichen und nicht-staatlichen oder kirchlichen Einrichtungen, in Frauen- und Kinderschutzhäusern, bei der Polizei, dem SkF, der Ehe- und Familienberatung und bei vielen anderen
Anbieterinnen.

Außerdem finden rund um den "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25.11. jedes Jahr Gottesdienste gegen Gewalt, Fahnenhissaktionen oder Gesprächsrunden in Kooperation mit Gleichstellungsbeauftragten, Kirchengemeinden und der kfd in unserer Diözese statt. Nähere Informationen bekommen Sie in der örtlichen Tagespresse.

An das bundesweite Hilfetelefon unter der kostenlosen Telefonnummer 08000-116016 können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Freunde und Menschen aus ihrem Umfeld rund um die Uhr wenden.

Seien Sie aufmerksam!

Sabine Gautier

Foto: Tom Kleiner /pixelio.de

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