Impuls im Januar

JohannesTuferAbschmücken - Nach den Weihnachtstagen, dem Jahresabschlussgottesdienst und der Sternsingerentsendung tritt auch in den meisten Kirchengemeinden eine kurze Zeit der Ruhe ein. Kurze Zeit später wird jedoch wieder mit Hochdruck gearbeitet.

Die Küsterinnen und Küster mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben viel zu tun: es wird abgeschmückt. Die Weihnachtsdekoration wird abgenommen und wieder sorgfältig verpackt, die Weihnachtsbäume werden aus der Kirche entfernt, die schlichteren Altartücher aufgelegt, die Zahl der Kerzen auf den Altären reduziert.

Am 12. Januar 2014 ist das Fest der Taufe Jesu. Dieses Fest erinnert an Johannes den Täufer. Der Ruf des Täufers hat seine Mitmenschen wachgerüttelt, sie sind gekommen und lassen sich taufen, auch Jesus.

Mit dem 12. Januar ist die Weihnachtszeit liturgisch abgeschlossen. Das Kind in der Krippe ist schnell erwachsen geworden. Jesus wird nun die Jünger berufen und predigend und heilend durch das Land Israel ziehen; hinauf nach Jerusalem. Der ganz normale Alltag.

Am 13. Januar gibt es noch einen Festtag: den St. Knut-Tag. In den skandinavischen Ländern wird dieses Datum nicht nur in schwedischen Möbelhäusern gefeiert. Traditionell markiert der 13. Januar in Skandinavien das Ende der Weihnachtszeit und ist der große Tag des Abschmückens. Warum der Tag St. Knut-Tag heißt, weiß niemand so genau, auf alle Fälle wird der Weihnachtsbaum nun auf die Straße zum Entsorgen gebracht.

Ich muss meinen Baum, der natürlich jedes Jahr der schönste Baum ist den wir je hatten, manchmal schweren Herzens vor dem St. Knut-Tag abschmücken. Die städtische Baumentsorgung will es so. Da wir nur einen winzigen Hof haben, im Verhältnis dazu aber einen riesigen Weihnachtsbaum, muss auch dieser, wie in der Werbung des besagten Möbelhauses, aus dem Fenster im 1. Stock runter auf die Straße; seit nunmehr 24 Jahren und es ist bislang niemand dabei verletzt worden.

In der Regel lasse ich mir mit dem Abschmücken Zeit, nicht selten brauche ich mehrere Tage dafür. So wie ich die Wohnung nach und nach im Advent geschmückt habe, lasse ich nun die Weihnachtszeit Stück für Stück, Kugel für Kugel ausklingen. Wenn die letzte Kugel verstaut ist, die letzte Kerze abgebrannt, genieße ich noch einmal den Anblick des meist noch grünen, schmucklosen Weihnachtsbaumes, bevor der ganz normale Alltag hereinbricht.

Nach diesen Tagen des Loslassens und Abschmückens bin ich bereit die entstandene Leere als Gewinn zu sehen. Das Wohnzimmer scheint auf einmal größer, auf jeden Fall ist es heller geworden. Auch wenn dann erst der harte Winter einkehrt, habe ich schon einen kleinen Vorgeschmack der Weite, der Freiheit, der Erlösung erahnen dürfen.

Uns allen wünsche ich ein frohes, freimachendes und segenreiches Jahr 2014!

Übrigens: 24.12.2014 ist wieder Weihnachten - kommt immer so plötzlich!

Suzana Muthreich

 

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