Impuls im November

Der November ist voller Gedenktage. Es sind Tage der Erinnerungen, die für Einzelne wichtig sind oder für eine ganze Nation: Die Feste Allerheiligen und Allerseelen, der  Volkstrauertag, der 9. November im Gedenken an die schreckliche Reichskristallnacht, aber auch an den wunderbaren Fall der „Mauer".

Ein Gedenktag, den ich viele Jahre nicht kannte, ist der 25. November, der Internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen". Dieser Tag geht zurück auf die Ermordung dreier Frauen in der Dominikanischen Republik am 25. November 1960. Diese Frauen hatten Mut gezeigt und Widerstand gegen einen Diktator organisiert und wurden deshalb getötet.

„Das ist doch lange her", mag man sagen. Oder: „Das ist doch weit weg!" Das stimmt. Aber leider ist Gewalt nicht immer weit weg und sie existiert noch heute und passiert jeden Tag vielfach – oft gleich nebenan. Gewalt gegen Frauen und Mädchen, in der Familie, im Freundeskreis, Gewalt in der Pflege ...

 

 

Und genau deshalb bereiten wir rund um den 25. November auch in unserem Bistum an verschiedenen Orten Gottesdienste vor oder organisieren Veranstaltungen.

Wir sagen damit unser deutliches „NEIN zu Gewalt".

In Osnabrück haben wir den Gottesdienst überschrieben mit „GEWALT(IHR)LOS!?" Gewaltlosigkeit ist das Ziel. Gewalt ausgesetzt zu sein, darf nicht das Los, das Schicksal von Frauen sein. Wir alle sind Geschöpfe Gottes. Wir sind einmalig und wertvoll. Jede von uns. So müssen wir einander behandeln.

Denen, die das nicht spüren, gilt es aufzuhelfen, Ansehen zu verleihen. Oder manchmal geht es erst einmal nur darum, Ohnmacht auszuhalten, mit den Opfern stumm zu sein, zu klagen, vielleicht Worte für das Beten zu suchen.

Dieser Text hier ist nicht fröhlich und Sie haben wahrscheinlich auch nicht das Gefühl, dass er Mut macht und positiv in die Zukunft schauen lässt. Das kann er nicht.

Es sei denn, er führt zu mehr Solidarität mit den Opfern von Gewalt. Er hilft, denen die starr vor Schreck sind, denen die verstummt sind, eine Stimme zu geben, lässt die Wahrheit herausschreien.

Es sei denn, wir schauen nicht länger weg, verheimlichen nicht weiter, was Realität ist – manchmal in unserer Nachbarschaft.

Es sei denn, wir reden darüber. Gewalt ist kein angenehmes Gesprächsthema, aber es ist ein Thema – auch bei Ihnen?

 

Giesla Püttker

© KFD Diözesanverband Osnabrück 2018 Erstellt mit dem KFD-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND