Impuls im Sommer

Use olde Heimat. Heute ist es wieder soweit:  Das "Alt-Wahner-Treffen". Die alte Dorfstelle "Wahn" ist jedes Jahr im Juni Treffpunkt der ehemaligen Dorfbewohner. In den vierziger Jahren wurde das 1.000 Einwohner Dorf Wahn, zwischen Sögel und Lathen gelegen, aufgrund der Erweiterung des Krupp'schen Schießplatzes vollständig abgerissen. Die 177 Familien wurden umgesiedelt und verloren sich aus den Augen. Als Kinder, und auch später mit unseren Kindern, sind wir zum "Wahner-Treffen" gefahren. Es war immer ein schöner Sonntagsausflug. Auch in diesem Jahr, meine Eltern sind schon verstorben, habe ich mich dazugehörig gefühlt, und daran teilgenommen. Auf dem freigelegten Fundament der alten St. Antonius-Kirche wurde ein Gottesdienst gefeiert.


Anschließend haben wir bei Kaffee und Kuchen in fröhlicher Runde uns  über das jährliche Wiedersehen gefreut. Die alte kopfsteingepflasterte Dorfstraße ist noch erhalten geblieben. Der Heimatverein hat an jeder Hofstelle Tafeln mit den Familiennamen der ehemaligen Bewohner angebracht. Viele Familien haben an ihrer Hofstelle Gartenbänke aufgestellt, die zum Verweilen einladen. So habe auch ich mit unseren Verwandten, die dort teilweise noch zur Schule gegangen sind, einen Rundgang gemacht und es wurden viele Erinnerungen an die alte Heimat ausgetauscht.

 

 

 

 

Vor dem alten Friedhof liegt ein großer Findling mit der Aufschrift: "Wahn, use olde Heimat".

Da frage ich mich: Heimat, wo ist meine Heimat?

Ist sie dort, wo ich geboren bin?

Oder ist es der Ort, wo meine Familie wohnt?

Ist sie dort, wo es Menschen gibt, die mich auf meinem Lebensweg begleitet haben?

Oder gibt es auch eine sprachliche Heimat?

Die Mundart oder den Dialekt, den wir sprechen, ist dann auch ein Zeichen von Gemeinschaft.

Wenn unsere Eltern verstorben sind, kehren wir dann zu unseren Wurzeln zurück?

 

Helene Griesen

Foto: Willy Rave

© KFD Diözesanverband Osnabrück 2018 Erstellt mit dem KFD-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND