Impuls im Mai

"Maria Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen"

Im Monat Mai steht Maria, die Mutter Jesu, besonders im Mittelpunkt. Über sie und speziell über ihr Leben, ist historisch belegbar, wenig bekannt. Im Lukas Evangelium finden wir den längsten Bericht, der aber erst mit dem Gespräch zwischen Maria und dem Engel der Verkündigung anfängt. Das, was von Maria über Jahrtausende überliefert worden ist, gehört teilweise der Legende an.

 

Es gibt jedoch kaum eine katholische Kirche, wo es nicht Darstellungen aus dem Leben Marias, oder Marienaltäre gibt. Von den Katholiken wird sie auch als Himmelskönigin bezeichnet und das „Ave Maria" ist neben dem „Vater unser" das bekannteste Gebet.

Bibliotheken sind gefüllt mit Legenden und Geschichten über die Madonna und die Wallfahrtsorte sind der sichtbare Beweis für die Marienverehrung.

Was macht Maria zu einer Frau, die über Jahrtausende von Menschen verehrt wird?

Frauen, die eine Spur in der Geschichte hinterlassen, werden als „große" Frauen bezeichnet. Sie gelten als „ungewöhnlich" oder auch „faszinierend". Es gibt eine Reihe von Büchern über „große, ungewöhnliche" Frauen. Das besagt aber nicht, dass alle diese Frauen durch Großtaten berühmt geworden sind. Denn „ungewöhnlich" heißt doch nichts anderes, als dass man Frauen normalerweise als „gewöhnlich" also als nicht besonders erwähnenswert betrachtet hat.

Frauen galten früher, wie auch häufig heute noch, angepasster als Männer. Sie tanz(t)en seltener aus der Reihe, im Guten wie auch im Bösen. Nur wenigen Frauen ist eine außergewöhnliche Rolle zugeschrieben worden.

Warum quillt die Geschichte über von Männern mit historischen Verdiensten, während nur alle paar Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte einige Frauen besonders hervorgehoben werden ?

Zu diesen Frauen zählt sicherlich, ganz besonders, Maria.

Maria wurde in Nazareth geboren, einem kleinen Ort in Galiläa, wo nur etwa 100 Menschen lebten. Als sie 12 Jahre alt war, wurde sie mit Joseph verlobt, was damals Normalität war. Sie war ein einfaches Mädchen- bis der Engel der Verkündigung in ihr Leben trat. Maria fügte sich dem Schicksal, wie auch später immer wieder in ihrem Leben. Es ist ihr sicher nicht leicht gefallen, das Wirken ihres Sohnes und sein öffentliches Auftreten immer verständnisvoll hinzunehmen. Sie galt als geduldig und musste sich selbst oft zurückhalten, in den Hintergrund stellen.

War sie trotzdem eine „starke" Frau?

Ich denke, auch Maria hat sich manchmal über das Verhalten ihres Sohnes geärgert, eine natürliche Reaktion vieler Mütter. Aber es zu ertragen, und trotzdem immer wieder zu dem eigenen Kind stehen, erfordert eine große Portion an Stärke und auch Mut. Erst recht, wenn das Verhalten des Sohnes zur Verachtung der Gesellschaft und dadurch, wie bei Jesus, zum Tod führt.

Auch in der heutigen Zeit entscheiden sich Mütter bzw. Eltern für ihre Kinder, auch wenn die Kinder durch ihr Verhalten enttäuschen, oder die Gesellschaft sich von ihnen abwendet. Das sind für mich die „starken, ungewöhnlichen" Frauen, deren Leben und Wirken nicht immer im Fokus der Öffentlichkeit steht. Auch sie agieren im Hintergrund durch ihre Liebe und das Vertrauen zu ihren Mitmenschen.

So passt der Muttertag sehr gut in den Mai, in den Marienmonat.

Gerade wenn die Natur aufblüht und Hoffnung und Freude widerspiegelt, passt es, dass wir Mütter (Eltern) ermutigen und verständnisvoll begegnen. Das kann manchmal ein Gespräch sein, ein Lächeln oder allenfalls, um den Konsumzwang zu umgehen, eine Blume aus der Natur. Davon erzählen auch die Zeilen von Sven Joensen, die auf der Rückseite der aktuellen Frau und Mutter stehen:

Ein Lächeln, das ich verpackt habe in meine guten Wünsche.

Das ich zusammengebunden habe mit einem Sonnenstrahl und einem Vogellied.

Das ich geschmückt habe mit einer Schleife aus Hoffnung und Zuversicht und Vertrauen.

Und mit einer Knospe Freude, die sich bald öffnen soll.

Monika Jansen

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