Impuls im April

 

Wo es weh tut
 
Beim Fußball gibt es die Aufforderung, man müsse dahin gehen, wo es weh tut. Also in den Zweikampf, den Ball erobern, und auch einen Ballverlust riskieren. Jedenfalls nicht am Rande stehen bleiben und eine gute Figur machen.
Genau das tun die Frauen am Ostermorgen:

 

Sie gehen dahin, wo es weh tut – zum Grab Jesu. Sie können nicht so tun, als sei nichts geschehen, und sie können auch nicht wie die anderen Jünger einfach zu Hause bleiben. So unvernünftig es ist, sie wollen einen zwei Tage alten Leichnam noch salben und machen sich frühmorgens auf den Weg. Dass sie den Stein nicht wegwälzen können, fällt ihnen auch erst ein, als sie schon unterwegs sind.

Das ist keine ausgefeilte Aktion, das ist wohl eher eine Reaktion unter Schock und ein Ausdruck großer Trauer. Sie brauchen einen anderen Abschied von Jesus als die Tortur am Kreuz und die rasche Grablegung vorm Sabbat.
Menschen gehen unterschiedlich mit Schock und Trauer um. Wir verdanken den Frauen, die verzweifelt noch etwas tun wollen, die Kunde vom leeren Grab und damit einen wesentlichen Teil der Osterbotschaft.
Und sie können uns Mut machen: Wenn wir dahin gehen, wo es weh tut, wo Trauer, Schmerz und Verzweiflung lauern, dann kann etwas in Bewegung kommen. Dann ist vielleicht der Stein schon weggewälzt und ein Engel uns zur Seite gestellt.
Diese Oster-Erfahrung wünsche ich uns allen!
 
 
Hanne Büker

 

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