Impuls im Mai

"und stiegen in das Boot"  - eine Osterszene

Es war am See von Tiberias…

Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus,  Natanael aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer… (Joh 21, 1-4)

Die Szene beginnt scheinbar alltäglich. Der Fischer Simon alias Petrus wendet sich (wieder) seiner Arbeit zu, dem Fischfang am See Genesareth – wo alles angefangen hatte.

 

So beginnt die letzte der österlichen Geschichten von und mit dem Auferstandenen.

Was mir aufgefallen ist: welch bunte Truppe da zusammengefunden hat, die nun zusammen in ein Boot steigt:

Da ist der Skeptiker Thomas; dann der konservative Zweifler Natanael ("Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?"); dann Jakobus (der Ältere) und der Lieblingsjünger Johannes, Fischer wie ihr Vater, von Jesus "Donnersöhne" genannt, weil sie vermutlich Hitzköpfe waren; und noch zwei, deren Namen nicht genannt werden. Also eine Mischung aus bekannten und unbekannten, älteren und jüngeren, mehr oder weniger erfahrenen Menschen von sehr unterschiedlichem Temperament. Wohl kaum alle gelernte Fischer. Und doch steigen sie ein.

Vielleicht schwingt dabei eine Erfahrung mit, die sie miteinander teilen: das Unterwegssein mit Jesus, oft auch kreuz und quer über den See. Vielleicht auch gehen sie los mit einer stillen Hoffnung, die sie nicht auszusprechen wagen.

Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte, auch seine eigene Geschichte der Auseinandersetzungen mit Jesus, zwischen Zweifeln und Glauben. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Berufene zu sein.

Auf ihrer Fahrt werden sie dem begegnen, der sie berufen hat. Er wird ihre Berufung bestätigen. Und er wird sie senden. So hat Kirche angefangen – und so fängt sie auch heute an, in der Osterzeit 2009, überall da, wo Menschen sich im Namen Jesu Christi auf den Weg machen – auch in der kfd.

Die Frauen im neu gewählten Vorstand unseres kfd-Diözesanverbandes gehören zu denen, die eingestiegen sind, weil ihr Glaubensweg sie bis zu diesem Boot geführt hat. Und sie können sich darauf verlassen, dass der Herr der Kirche sie stärkt, nicht nur mit einem guten Frühstück, und sie begleitet auf dem Weg, auf den er sie gesandt hat.

 

Julie Kirchberg

Foto: Franziska Hille

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