Impuls im Dezember

hp_advent.jpgGott kommt auf krummen Wegen

 

Haben Sie schon einmal das Matthäusevangelium aufgeschlagen und ganz von vorn gelesen? Der Evangelist beginnt seine Frohe Botschaft mit dem Stammbaum Jesu. Das liest sich sehr trocken, denn die Ahnen Jesu, die bis zu Abraham zurückgeführt werden, reihen sich Name an Name, und das über 17 Verse hinweg. Man neigt dazu, diesen Teil zu überspringen und bei der Geburtserzählung mit der Geschichte Jesu einzusteigen, da passiert wenigstens etwas...

 

 

Wer sich aber dennoch die Mühe macht und die ersten 17 Verse liest, kann Erstaunliches entdecken. Denn hinter den Namen verbirgt sich die ganze Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel, in das Jesus hineingeboren wird. Inmitten der Reihe von 40 Männern stoßen wir dabei auch auf 4 Frauen. Die Geschichten der Kanaaniterin Tamar, der Prostituierten Rahab, der Moabiterin Rut und der Frau des Urija (Batseba) sind wirklich spannend, aber wahrlich nicht das, was wir im Stammbaum des Messias erwarten.

Denn diesen vier Ahnfrauen Jesu ist gemeinsam, dass sie nicht geradlinig in den Stammbaum Jesu passen. Entweder sind sie Ausländerinnen oder gelten als sündig, was sich beides nicht gut im Volk Israel macht. Der Evangelist macht aber mit diesen eigenwilligen Frauen deutlich, dass sich Gottes Heilsplan gerade auch in die Brüchigkeit unseres menschlichen Lebens hinein erfüllt. Gott bedient immer wieder allzu menschlicher Menschen, deren Leben und Geschichte uns oftmals als anrüchig erscheinen.

Gott kommt auf krummen Wegen zu uns. Das bezeugt der Stammbaum Jesu bei Matthäus nur zu deutlich. Die jungfräuliche Geburt Jesu schließt sich daran wunderbar an: Obwohl Josef aufgrund der Jungfrauengeburt nicht als leiblicher Vater Jesu gilt, ist Jesus der Sohn Davids, der verheißene Messias, weil Josef ein Nachkomme Davids ist ... Das versteht nur, wer die Geschichten hinter dem Stammbaum Jesu erblickt, besonders die Geschichten der Ahnfrauen Jesu.

Deshalb lade ich Sie ein, im Advent diese Geschichten nachzulesen:

— Tamar: Gen 38,1-30

— Rahab: Josua 2,1-24 + 6,17.22-25

— Rut: Buch Rut

— Frau des Urija: 2 Sam 11-12,25

Wir sind mit unserer eigenen Brüchigkeit und Unvollkommenheit also in bester Gesellschaft. Und genauso dürfen wir uns Weihnachten an die Krippe stellen.

 

Advent

Jesu Ahnfrauen

Krumme Wege: Gott

Er kommt zu uns

Weihnachten

 

Inga Schmitt

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