Impuls im September

leitbildlogo_aufmacher_gelb.jpgMit Leidenschaft

 

Als eine Bekannte ihren Chef um seine Meinung in einer beruflichen Entscheidung bat, bekam sie die Antwort, das könne sie handhaben, wie sie wolle, er sei da völlig leidenschaftslos. Meine Bekannte war mit dieser Antwort unzufrieden, schließlich hatte sie sich von ihm Entscheidungshilfe und Rückendeckung erhofft.

Als sie mir davon erzählte, konnte ich ihren Ärger gut verstehen. „Leidenschaftslos“ ist in meinen Ohren ein Unwort, das aber gern gebraucht wird. Es klingt ja auch besser als: „Ist mir egal oder gleichgültig, interessiert mich nicht, dazu habe ich keine Lust, finde ich belanglos und unbedeutend.“

Die kfd hat ihr neues Leitbild unter das Motto „Leidenschaftlich glauben und leben“ gestellt. Leidenschaftlich glauben bedeutet für mich, nicht einfach zur Kenntnis zu nehmen, welche Aussagen zum christlichen Glauben gehören. Vielmehr heißt es, mit „brennendem Herzen“ wie die Emmaus-Jünger das Evangelium, die frohe Botschaft Jesu, in meinem Leben wahr werden zu lassen. Dass Gott Mensch geworden ist, gelacht, geweint und gelitten hat, gestorben ist und auferweckt wurde, ist das genaue Gegenteil von Leidenschaftslosigkeit!

Gott interessiert sich leidenschaftlich für seine Schöpfung, also auch für uns – und wer an Gott glaubt, kann dies nur leidenschaftlich tun, mit Freude und Dank, aber auch Wut und Enttäuschung. Und wer an Gott als leidenschaftlichen „Liebhaber des Lebens“ (Weisheit 11,26) glaubt, lebt auch leidenschaftlich. Leidenschaftlich leben übersetze ich mit: Gefühle zulassen, mit offenen Augen durchs Leben gehen, ein empfindsames Herz haben. Wer sich das Leben nicht zu Herzen nimmt, die Augen vor der Wirklichkeit verschließt und sich manche Gefühlsregungen als unpassend verbietet, wird leidenschaftslos. Leidenschaftlich leben ist vergleichbar mit „ins Leben verliebt sein“.

Ina Deter hat das 1984 sehr schön besungen: „Mit Leidenschaft will ichs erleben, mit Leidenschaft und alles geben, mit Leidenschaft an jedem Tag krieg ich zurück, was ich wag.“ Und so wünsche ich der Kirche und der Gesellschaft, dass über 600.000 kfd-Frauen (und hoffentlich viele andere Menschen) leidenschaftlich glauben und leben!

Hanne Büker

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