Mit dem Advent fängt alles an

klein_brille-uhr.jpgOder: Christen ticken anders.

 

Häufig wird uns Kirchenmenschen und vor allem uns Katholiken vorgeworfen, dass wir nicht genug mit der Zeit gehen, dass wir noch in einem anderen Jahrhundert leben.
Die Kritik ist sicherlich nicht immer ganz unberechtigt und doch möchte ich heute das Gegenteil behaupten. Manchmal sind wir unseren Mitmenschen auch weit voraus.

Während die meisten Menschen am 31.12. Silvester feiern und um Mitternacht das neue Jahr begrüßen, beginnt unser Kirchenjahr schon einen Monat zuvor. Der Beginn des neuen Kirchenjahres ist der Advent. Das Jahr endet nicht mit Weihnachten sondern fängt hier gerade erst an. Der Advent wird zu einem Auftakt der Geschichte Gottes mit uns Menschen.

Ein Auftakt in der Musik ist immer etwas Vorweggenommenes. Das Eigentliche kommt noch. Es kündigt den ersten Takt an. Irgendwie bleibt es unerwartet und unberechenbar.
Mit dem Advent und dem Weihnachtsfest ist es vergleichbar.

 

 

Die Geschichte Gottes mit uns Menschen beginnt nicht mit der Geburt Jesu: sie hat schon eine sehr lange Vorgeschichte, die wir in der Bibel nachlesen können. Und auch die Geburt Jesu erfolgt nicht überraschend, denn die Menschen warten auf diesen Retter und Erlöser, der immer wieder angekündigt wird.


klein_armbanduhr.jpgHäufig erleben wir den Dezember als eine stressige Zeit: verschiedene Adventsfeiern, Weihnachtsgeschenke wollen gekauft werden usw. Gleichzeitig soll es eine schöne und besinnliche Zeit sein und allerlei Musik, Lebkuchen und Weihnachtsmärkte versuchen uns in Weihnachtsstimmung zu versetzten. Doch Hand aufs Herz, viel Zeit zur Vorbereitung auf das Eigentliche bleibt da nicht. Eher hetzen wir dem Fest entgegen.

 

Ich möchte in diesem Jahr versuchen, die Zeit anzuhalten, mir bewusst machen, dass mit dem ersten Advent eine neue Geschichte anfängt. Gott will bei uns Menschen sein und ich soll ihm die Wege bereiten, Tür und Tor öffnen. Auf meine Uhr werde ich einen Klebepunkt kleben, der mich jeden Tag daran erinnern soll, dass meine Uhr im Advent anders ticken will.

Ticken Sie doch mit mir anders: beginnen wir mit dem ersten Advent eine neue Zeitrechnung. Eine Zeit in der wir Gott in unser Leben einplanen, wo wir mit Gott rechnen und auf sein Kommen warten. klein_am arm.jpgNehmen wir uns Zeit, Gott im eigenen Leben einen Platz einzuräumen. Bieten wir Gott eine Herberge an, in der er zu Weihnachten und immer wieder neu geboren werden kann.

Das meint für mich Adventszeit. Das ist der Auftakt zu einem Stück, welches Gott mit uns spielen wird.

Es wird nicht ganz einfach werden bei dem bunten Advents- und Weihnachtstrubel rund um uns herum, in den Städten und Geschäften. Aber in der vorweihnachtlichen Zeit ticken wir Christen anders: Wir erwarten Gott!


Katrin Brinkmann

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