Impuls im Dezember

Der Advent ist für mich immer wieder eine Herausforderung! Zum einen ist es eine ruhige Zeit. Mit der frühen Dunkelheit ist der Tag immer schon etwas eher zu ende. Kerzen und Lichterketten geben den Straßen, Plätzen und Häusern einen anheimlichen Anstrich und lassen das Herz aufseufzen. Eine schöne Zeit! Ich denke an Adventsmärkte, Glühwein und Abende bei Kerzenschein.

Gleichzeitig erschreckt mich jedes Jahr von neuem das umtriebige Leben in den Einkaufsstraßen und auf den Märkten. Die Prospekte mit Sonderangeboten, die wöchentlich meinen Briefkasten überquellen lassen, scheinen sich noch zu vermehren. Von vielen Einrichtungen und Organisationen erhalte ich Spendenaufrufe. Und dann noch die lange Liste mit Weihnachtsgeschenken und Weihnachtspost, die abgearbeitet werden will. Und am schönsten wären ja kreative Geschenke, selbstgestaltete Karten und für jede Freundin doch einen sehr persönlichen Gruß. Puh, das ist dann wirklich Weihnachtsstreß!

 

Und so ganz zwischendurch leuchtet immer wieder die Frage auf: was feiern wir eigentlich im Advent? Das Fest ist Weihnachten - der 25. Dezember. Der Advent ist die Zeit, in der wir uns der Erwartung stellen: wir warten auf das Christkind. Wir bereiten uns darauf vor, dass Gott zu uns kommen kann.

Vermutlich kennen viele die Geschichte von dem Mann, bei dem sich Gott als Besucher anmeldet. Er räumt sein Haus auf und während er sich auf den Gast vorbereitet, begegnen ihm verschiedene Menschen. Alle haben ein Anliegen und brauchen seine Zeit, Hilfe oder einfach Ansprache. Als der Mann nun endlich fertig ist mit den Vorbereitungen, wartet er, dass Gott kommt. Aber Gott war längst bei ihm zu Besuch - in der alten Frau, dem Kind, dem Bettler, die ihm während des Tages begegnet sind.

Darin könnte für mich in diesem Advent die Herausforderung liegen: in den Menschen, die mir am Tage begegnen, Gott sehen. In dem Autofahrer, der mir morgens mal wieder die Vorfahrt nimmt, der Verkäuferin, die mir beim Brötchenkaufen zulächelt und auch in dem Obdachlosen, der schon seit Monaten in der Straße vor meinem Büro lebt und um den ich eigentlich lieber einen großen Bogen mache.  Ich bin gespannt, wie und durch wen Gott mich besuchen wird. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass er kommen wird - wenn ich die Augen und Ohren offen halte - wenn ich in diesem Jahr versuche, ein adventlicher Mensch zu sein.

Unterstützen werden mich dabei die klassischen Adventslieder: Mach hoch die Tür, die Tor macht weit oder Wir sagen euch an, den lieben Advent, ... machet dem Herrn die Wege bereit und ... Gott selber wird kommen, er zögert nicht, auf auf ihr Menschen, werdet licht.

Ich wünsche allen eine erwartungsvolle Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Katrin Brinkmann

 

 

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