E10 - und was nun?

Ich fühle mich mal wieder völlig überfordert - hilflos im Dschungel der Umweltverordnungen und Informationen. Vor lauter Bäumen, sehe ich den Wald nicht mehr. 

Der Artikel "Richtiger Boykott - falsche Gründe"

in frau und mutter (Mai 2011) weist uns auf die humanitären Aspekte der Diskussion um E10 hin und informiert außerdem über die Situation in Deutschland. Danke, dass frau und mutter sich den Umweltthemen immer wieder annimmt.

 

Da gibt es nun seit Anfang des Jahres den neuen Biosprit E10, der uns an den Tankstellen verordnet wurde. Es geht also um erneuerbare Brennstoffe, die mit einem höheren Anteil unserem Benzin beigemischt werden (denn E5 haben wir ja schon lange).

In Deutschland wird Bio-Ethanol nur auf einheimischen Äckern produziert und die Kapazitäten hierfür reichen völlig aus, so dass es keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion gibt - so lauten die Auskünfte der Deutschen Biokraftstoffindustrie. Außerdem muß in Deutschland eine Reduktion von mindestens 35 Prozent  weniger Treibhausgasen als bei vergleichbaren fossilen Brennstoffen nachgewiesen werden. Das klingt doch fantastisch!

Ein wenig verunsichert mich noch die Frage der Verträglichkeit für meinen Motor, und dass der Verbrauch mit E10 höher ist. Aber sonst?

 

Aber - Umweltorganisationen (so ist im Artikel nachzulesen) warnen vor Monokulturen in Brasilien und Afrika und vor Landvertreibungen von Bauern. Für viele Menschen des Südens bedeute AGRO-Treibstoff Vertreibung und Hunger.

Ich bin in einem Dilemma: ich möchte mich für einen fairen und ökologischen Umgang mit unseren Ressourcen einsetzen - aber ökologisch heißt nicht gleich fair! Und nicht alles, wo "bio" draufsteht ist auch biologisch sinnvoll.

Was soll ich tun? Wem kann ich glauben und wer hilft mir jetzt weiter?

 

Katrin Brinkmann

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