Beteiligung der Gläubigen - Interview mit Judith Könemann

beteiligung fum"Ein Thema ein für alle mal zu tabuisieren, das funktioniert in der Welt nicht mehr," So antwortet Judith Könemann im "frau und mutter" (fum) Interwiew auf die Frage, ob es in Zukunft wieder möglich sei, über Fragen rund um Frauen und Amt und Zulassungsbedingungen zur Weihe offen zu sprechen. "Die Unterzeichnenden [des Memorandums "Kirche 2011: Eine notwendiger Aufbruch; Ergänzung der Autorin] haben sich entschieden auszusprechen, dass sie es für wichtig halten, darüber - auch laut - nachzudenken, wie Frauen im Amt vorkommen," sagt Judith Könemann.

 

Mit Tabus in Glaubens- und Kirchenfragen kommen wir nicht wieter. Wenn wir über Frauen in Kirche und wenn wir über die Charismen der Frauen sprechen, werden wir immer auch bei der Frage der Zulassung zum Amt ankommen. Wir wären unehrlich, das zu verschweigen.

Doch ich höre im Interview mit Frau Könemann keine Kampfansage - und das gefällt mir.
Judith Könemann geht es um nicht mehr (und nicht weniger!) als die Frage: "Wie können gläubige Christen in den Gemeinden an dieser Kirche mitwirken?". Es geht um "ein Leben, in dem auch die Gläubigen selber Verantwortung übernehmen für ihre christliche Praxis - das auch dürfen und es ihnen auch zugetraut wird.".

Diesen Satz habe ich mir fett unterstrichen: Verantwortung übernehmen dürfen und das Zutrauen, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
Für mich geht es bei der Frage nach Teilhabe an Leitungsaufgaben in der Kirche nicht zuerst um gleiche Macht für Frauen. Mir geht es vor allem darum, dass ich ernst genommen werde - dass ich meine Charismen einbringen darf und meine Charismen gesehen und wert geschätzt werden. Anders gesagt: ich möchte, dass meine Kompetenz, meinen Glauben zu leben und zu gestalten zum Tragen kommt.

 

Für meinen Glauben brauche ich die Gemeinschaft - die Kirche -,  um im Dialog gemeinsam Glauben zu leben und Kirche zu gestalten.

Die Öffnung des Weiheamtes für Frauen oder die Abschaffung des Pflichtzölibates - das sind wichtige Fragen, die bleiben. Vorher wird es darum gehen, ein gutes Miteinander in den Gemeinden zu leben und einen echten Dialog zwischen den Gläubigen zu führen. Jede und jeder bringe sich nach seinen und ihren Charismen ein.

 

Katrin Brinkmann

 

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