Verantwortung füreinander

Älter werden und nicht einsam sein - die eigenen Stärken einbringen und selbst Unterstützung erfahren. Viele Menschen überlegen, wie sie im Alter wohnen möchten und fragen sich: „Wer wird noch da sein, wenn ich mit Einschränkungen zu kämpfen habe?“ Der Umzug in ein Mehrgenerationenwohnprojekt ist eine der Möglichkeiten, Verantwortung füreinander zu gestalten. 

Die eigenen Kinder sind oft beruflich sehr eingespannt und haben wenig Zeit. Junge Familien leben mit Doppelerwerbstätigkeit und so fehlt der gesonderte Arbeitsplatz der „Hausfrau und Mutter“, der in der vorherigen Generation noch oft zu finden war. Damit fehlt auch Zeit für die „Care-Funktionen“, die Familie früher selbstverständlicher wahrnehmen konnte.

Dazu kommt, dass viele Kinder und Enkelkinder in unserer Zeit der großen Mobilität nicht am Ort wohnen. Der Hirnforscher Gerald Hüther sagt, dass nichts ältere Menschen so lebendig hält, wie die Nähe zu Kindern, die sie mögen. Denn durch die emotionale Verbindung und die kindliche Vitalität werden sehr viele Hirnregionen bei den Begleitern von Kindern angesprochen und das hält sie wach und „jung“. Daher ist es sehr sinnvoll neue Wege des Miteinanders der Generationen zu suchen. Warum nicht mit „Wahlenkelkindern“ Zeit verbringen, wie es z.B. ein Projekt der Katholischen Familien-Bildungsstätte Osnabrück (http://kath-fabi-os.de/index.php/grosselternpatenschaften.html ) vermittelt. Auch ein katholisch getragenes Mehrgenerationenhaus gibt es in Osnabrück-Haste( http://kath-fabi-os.de/index.php/mehrgenerationenhaus.html ) mit interessanten Beispielen für Begegnung der Generationen und gegenseitiger Entlastung.

Der demographische Wandel wird die Pflegesituation zuspitzen. Daher ist es sehr wichtig, neue Wege für ein stützendes Miteinander der Generationen zu gehen. Wir werden in Zukunft mehr private gegenseitige Hilfe brauchen. Diese wird meist dort verankert sein müssen, wo wir leben. Das ist das „Quartier“, in dem wir wohnen oder die Gemeinde, in der wir leben.

 

Als neue Referentin für das 3. & 4. Lebensalter im Seelsorgeamt des Bistums Osnabrück liegt mir daran, dass Menschen im Prozess des Älterwerdens den Glauben und die Angebote der Kirche als Kraftquelle erfahren. So steht mir ein gutes Miteinander von engagierten „fitten Alten“ mit denen, die Unterstützung brauchen, vor Augen. Nächstenliebe empfangen und verschenken kann zu Hilfe „rund um den Kirchturm“ in sinnstiftenden, überschaubaren und attraktiven Ehrenämtern führen. Die katholischen Kirchengemeinden sind bereits lokal vernetzt und ein guter Ort für gegenseitige Hilfe. In der kfd gelingt ein hohes Maß an Engagement. Auch die Leiterinnen der o.g. Projekte sind meines Wissens kfd Frauen. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam mit Verbänden, bürgerschaftlichem Engagement in den Kommunen und einer diakonischen Kirche, das Wohnen zu Hause durch eine gelebte Verantwortung füreinander lange Zeit attraktiv und möglich zu halten. Wenn Sie Ideen für funktionierende Hilfen rund um den Kirchturm haben, melden sie sich gern bei mir.

  

Christiane van Melis ,  Diözesanreferentin für das 3. & 4. Lebensalter, Seelsorge für Menschen mit Behinderung, 

Kontakt: Seelsorgeamt Osanbrück, Domhof 12, 49074 Osnabrück, Tel. 0541 318-217,  E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

© KFD Diözesanverband Osnabrück 2018 Erstellt mit dem KFD-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND