Sterbehilfe – Beihilfe zum Suizid – in Würde sterben….

Keine leichte Kost, um die es da geht! Fulbert Steffenskys Artikel lässt mich ziemlich ins Stocken kommen. Es scheint mir eine Gradwanderung zu sein, über das Recht auf ein würdevolles Leben und damit auch einen würdevollen Tod und der Frage nach der Verfügbarkeit des Lebens zu sprechen. Ein richtig und ein falsch kann es wohl nicht geben. Es geht mir wie Fulbert Steffensky „Mir sind alle glatten Antworten zuwider, sowohl die eine, die das Recht auf die absolute Selbstbestimmung postuliert, wie auch die andere, die auf der Unverfügbarkeit des Lebens und des Todes beharrt. Ich gestehe, ich komme über die Fragen nicht hinaus." Und es gibt viele Fragen und mit jeder Frage werden es mehr:

 

Ist es so, dass wir zu unseren eigenen Schöpfern werden, weil wir in der Pränataldiagnostik Fortschritte machen und in das Leben eingreifen können? Ist es nicht auch gut, wenn wir Krankheiten früh erkennen und lernen können, sie zu behandeln? Muss ein sterbenskranker Mensch bei Herzversagen wiederbelebt werden, nur damit er noch einige Tage auf der Intensivstation weiterlebt? Ist es richtig, einen Körper, der keine Nahrung mehr aufnehmen möchte und damit das Sterben herbeiruft, über eine Sonde zu ernähren?

Jede von uns, die sich mit ihrer Patientenverfügung beschäftigt hat, hat sich diese Fragen schon gestellt. Ich glaube dass wir schwanken zwischen der Angst, zu früh aufgegeben zu werden und der Angst durch Intensivmedizin ein verlängertes Leiden ertragen zu müssen.

Ist es eigentlich verlogen, wenn ich vom Arzt erwarte, dass er mich sterben lässt, ihm aber nicht erlaube, einen sterbenskranken und leidenden Menschen dabei zu unterstützen, das eigene Leben zu beenden? Oder setzen wir Ärzte unter Druck, wenn Beihilfe zum Suicid erlaubt ist. Muss dann ein Arzt sogar Beihilfe leisten, auch wenn er es nicht will?

Wird es mit einer Erlaubnis zu Beihilfe zum Suizid auch einen gesellschaftlichen Druck geben, das eigene Leben zu beenden, wenn es scheinbar zu einer (finanziellen) Belastung für andere wird? Wird Suizid damit zu einer Alternative zu Behandlungen und Palliativversorgung?

Was denken Sie? Bitte schreiben Sie mir Ihren Kommentar!

Katrin Brinkmann

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