So viel Leben

Tod und Leben sind untrennbar miteinander verbunden. Aber, ehrlich gesagt, oft wird der Tod ausgeklammert. Zeigt er doch die Begrenztheit meines Lebens auf. Ich fürchte mich, dass ich vielleicht alleingelassen werde, dass meine Kräfte abnehmen und ich auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen bin. Ich erbringe in dem Sinne keine Leistung mehr.

In dem Artikel „So viel Leben" in Frau und Mutter geht es um die ehrenamtliche Begleitung von Menschen im Hospiz. Menschen, die in einem Hospiz leben oder die durch ambulante Hospizdienste begleitet werden, haben sich mit Krankheit und Tod längst auseinandergesetzt.

Oft möchten sie ihre noch verbleibende Zeit mit ihnen vertrauten Menschen verbringen. Ja, manchmal gibt es Wünsche, die erfüllt werden können oder die als Kraft und Hoffnung in schweren Tagen helfen.

 

So viel Leben –auch wenn ich mich mitten im Leben fühle, hin und wieder gibt es sie, die Stunden, in den ich mich frage: Wohin geht mein Leben, wie sieht vielleicht meine letzte Lebensphase aus? Es ist gut zu wissen und gibt auch mir eine gewisse Beruhigung: Frauen und Männer haben es sich zur Aufgabe gemacht als Hospizhelferinnen und Hospizhelfer Menschen bis zuletzt zu begleiten, einfach da zu sein und zuhören zu können und keine vorgefertigten Antworten zu geben.

Die Vorbereitung  auf diese Aufgabe findet meist regional in Hospizkursen statt. Hier werden die Grundlagen für die ehrenamtliche Tätigkeit gelegt. Oft haben sich auch kfd Frauen für den Vorbereitungskurs angemeldet und finden in ihrer Hospiztätigkeit einen sinnvollen Dienst.

Die kostbaren Momente miteinander teilen, dem anderen Aufmerksamkeit schenken, all das zulassen, was dem Bewohner –oder Gast, wie die heutige Bezeichnung ist- sind Ausdruck von Würde und Individualität. Lachen und Freude auch das ist im Hospiz möglich. Und was bleibt, wenn der Gast verstorben ist? Ich finde die Idee der Flusskieselsteine sehr schön. Der Name auf dem Stein ist eine Geste der Erinnerung und gibt der Hospizbegleiterin und dem Begleiter die Möglichkeit sich langsam zu verabschieden.

Ursula Kemna,
Diözesanvorsitzende

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