Rechtsextreme Frauen unterschätzt

Titel 070814Die Nachricht, dass rechtsextreme Frauen unterschätzt werden, ist nicht neu - sie überrascht auch nicht. Es passt eben nicht zum Frauenbild. Frauen in der rechtsextremen Szene werden als Mitläuferinnen bewertet. Sie scheinen die Frauen im Hintergrund zu sein, die ihren Männern den Rücken frei halten. Dabei sind Frauen - und waren es sicherlich schon immer - viel mächtiger und einflussreicher. Sie sind es, die das Gedankengut an Kinder weitergeben, die sich sozial engagieren und dabei ihre Ideologie verbreiten, die ganz gezielt Einfluss nehmen in Elternvorständen, Vereinen und Bürgerinitiativen, ...  Und das macht auch keinen Halt vor Gewalttaten, wie bei Beate Zschäbe.

 

Rechtes Gedankengut begegnet mir im Alltag immer wieder. Die Europawahlen haben gezeigt, dass es in vielen Ländern starke rechte Grupierungen gibt. In privaten Runden höre ich herablassende Aussagen über andere Europäer, die ja selber schuld seien an ihrer kaputten Wirtschaft, weil sie nicht arbeiten könnten, wollten. Die Angst vor einer Islamisierung und Überfremdung in Deutschland wird durch Medienberichte geschürt.

Die Bezeichnungen für "Rechts - Mitte - Links" gehen übrigens auf die Sitzordnung in der verfassungsgebenden Nationalversammlung von 1789 zurück. Dabei bezeichnet "Mitte" die Normalität - allerdings wird über Inhalte hier noch nichts ausgesagt!

Es ist gut, wenn wir in unserer Gesellschaft über Einstellungen und Meinungen diskutieren. Das Ringen um den Konsens gehört zur Demokratie und da haben progressive, konservative, rechte, linke, liberale ... Menschen ihren Anteil. Das mag anstrengend sein und manche Ansichten machen uns auch Angst. Aber die Auseinandersetzung ist gut und lohnend und als katholischer Verband haben wir einiges einzubringen. Ich nenne nur das Stichworte "Würde des Menschen", mit dem sich aus unserem christlichen Menschenbild heraus Anfragen an jeden Bereich des gesellschaftlich Lebens und Handelns ergeben.

Problematisch und gefährlich wird es erst, wenn die Spielregeln nicht mehr eingehalten werden: Als "extrem" werden diejenigen bezeichnet, die eine feindliche Haltung gegenüber unserer Demokratie und Verfassung haben. Damit werden sie zu einer Gefahr für die demokratische Grundordnung! Die Möglichkeiten unserer Demokratie werden genutzt, Pflichten verneint. Und das Ziel ist es, die eigene Ordnung zu errichten und die Demokratie zu zerstören. Hier dürfen wir nicht blind sein.

Rechtsextreme Frauen haben sich in den vergangenen Jahren organisiert und Strategien für ihr politisches Handeln entwickelt. Eine davon ist es, Gruppen, Vereine, Verbände, Schulerlternräte etc. zu unterwandern und für ihre Propaganda zu nutzen. Das sollten wir nicht zulassen - diese Bühne wollen wir nicht bieten.

Katrin Brinkmann

 

 

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