Ein Shirt geht um die Welt

Vor einigen Tagen fand ich die Tüten für die alljährliche Altkleidersammlung in meinem Briefkasten. Es hat sich wieder einiges angesammelt und da die neue Frühjahrsmode bereits in den Geschäften hängt, könnte ich meinen Kleiderschrank mal wieder aussortieren. Und mit der Kleidersammlung tut ich ja auch noch was Gutes – nämlich für soziale Projekte und die Wohlfahrtsverbände, die diese Sammlungen durchführen.

Und dann denke ich daran, dass ich Dokumentationen gesehen habe, di e darüber berichten, dass wir mit unserem Konsum und der Wegwerfmentalität die Märkte in den Schwellenländern kaputt machen. Second-Hand-Ware aus Deutschland werde so günstig verkauft, dass dadurch die heimischen Märkte einbrechen. Also doch eine schlechte Tat? Beruhige ich mein Gewissen und richte dabei doch nur Schlimmeres an?

 

Ich weiß es nicht und ich blicke auch nicht mehr durch. Denn wie der Artikel in frau & mutter schreibt, sind es vor allem illegale Sammlungen, die problematisch sind. Neuere Studien scheinen zu belegen, dass es doch nicht (nur) unsere Second-Hand-Kleidung war, die den Einbruch der Kleidungsindustrie in den afrikanischen Ländern bewirkt habe. Und ein Ende der Second-Hand-Verkäufe ist derzeit nicht denkbar, da viele Menschen auf die günstigen Waren angewiesen
sind.

Mein Gewissen beruhigt das nicht wirklich – aber ich werde wohl auch keine einfache Antwort finden.

Wie gehen Sie damit um?

Katrin Brinkmann

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