Was wir nicht hören wollen und worüber man nicht redet...

In diesem Monat bin ich in der frauundmutter gleich auf zwei Artikel gestoßen, die mich sehr bewegt haben. Im ersten Artikel geht es um verwaiste Kinder und das Trauma, das diese Kinder erleben. Die bohrende Frage am Ende des Artikels bleibt: warum gab es keine Erwachsenen, die mit Andrea über den Tod der Mutter gesprochen haben? Was macht es so schwer und warum tabuiesieren wir den Tod und meinen, dass nach einer angemessenen Trauerphase wieder "Normalität" eintreten sollte.

 

Der Bericht über eine HIVpositive Frau ist ein weiteres Beispiel für Wahrheiten, die wir nur ungern hören wollen und unsere Gesellschaft gerne verschweigt. Rita Süßmuth beschreibt, dass sie für ihre Aufklärungsarbeit von offiziell kirchlicher Seite kritisiert wurde, da sie Kondome zum Schutz empfohlen habe. Und sie fragt "Was wäre geschenen, wenn ich es nicht getan hätte". Sie hat gelernt, so im weiteren Interview, dass es darauf ankomme, Verantwortung wahrzunehmen, vor Entscheidungen nicht zurückzuweichen und die Probleme mit den Betroffenen zu erörtern.

Ich wünschte, diese Worte wären öfter zu hören und würden Pattsituationen wo Dialoge enden aufbrechen. Manches wollen wir nicht hören, aber das heißt nicht, das nicht darüber gesprochen werden muß.

Katrin Brinkmann{jcomments on}

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