Minijobberin mit grauen Haaren

Dass uns eine erschreckend große Altersarmut – vor allem von Frauen – bevorsteht, haben wir in den letzten Monaten in den Medien mehrfach gehört. Die Ursachen sind schnell ausgemacht: Frauen verdienen bei gleicher Qualifikation in Deutschland bis zu 23% weniger als die männlichen Kollegen – daraus folgt dann auch die niedrigere Rente. Im Artikel wird der Unterschied in der Rente sogar mit 59,6% angegeben!


Neben der schlechteren Bezahlung (u.a. auch die schlecht bewerteten und schlecht bezahlten sog. Frauenberufe) unterbrechen Frauen ihre Berufstätigkeit häufiger für Erziehungszeiten und Pflegezeiten. Diese gesellschaftlich notwendige Arbeit wird aber nicht entsprechend auf die Rente angerechnet.

Die Botschaft des Artikels hat für mich zwei Seiten:
Zum einen will sie uns Frauen wachrütteln, die Frage nach unserer Alterssicherung nicht zu vernachlässigen.
Zum anderen – und das ist für mich noch viel bedeutsamer - ist sie ein Warnruf: gesellschaftlich relevante Arbeit muss für eine Alterssicherung anerkannt werden. Arbeit meint nicht nur Erwerbsarbeit! Es geht hier längst ums Ganze und ist kein Randphänomen mehr, wenn Frauen, weil sie einen Großteil der Pflege- und Familienarbeit leisten, im Alter in Armut leben müssen.
Eine Individualisierung des Problems nach dem Motto, jede Frau muss halt Privatvorsorge treffen, missachtet die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen!
Wollen wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der die einen immer reicher werden und die anderen keine Chancen haben? Soziale Marktwirtschaft, die ich als Christin mittragen kann, sieht anders aus.

Katrin Brinkmann, kfd-Diözesanreferentin

Kommentare   

 
0 #1 Anita Töller 2012-10-11 07:49
Sie haben vollkommen recht. Aber es steigen mir auch die Nackenhaare hoch, wenn unsere Volksentscheide r Milliarden in andere Länder schicken und die Armut im eigenen Land nicht sehen wollen. Es ist sehr traurig, wenn so ein reiches Land wie Deutschland schon jetzt soviel arme Menschen hat - jung und alt.
Das die Altersarmut überwiegend Frauen im Griff hat und haben wird, liegt - so glaube ich - auch daran, das Frauen leise sind und Männer nicht. Wir haben seit über 60 Jahren das Grundgesetz, sind aber noch Lichtjahre von der Gleichberechtig ung entfernt. Da stimmt doch was nicht, oder? Auch - sorry - die katholische Kirche tut sich schwer damit.

Bin trotzdem überzeugte Katholikin - nur nicht mit allem einverstanden.

anitamari
Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

© KFD Diözesanverband Osnabrück 2018 Erstellt mit dem KFD-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND